Werbevertrag für Dopingsünder Gatlin löst Empörung aus

Essen..  Der Werbevertrag des US-Sportartikelherstellers Nike für den früheren Dopingsünder und Sprinter Justin Gatlin hat weltweit Empörung bei Athleten ausgelöst. „Diese Leute gehören überhaupt nicht in einen Wettkampf, da ist die Ausrüsterfrage nur ein weiteres Problem“, sagte der deutsche Sprint-Rekordler Julian Reus.

Der 33-jährige Gatlin, Olympiasieger 2004 und Weltmeister 2005, war seit 2001 mehrfach wegen Dopings gesperrt. 2006 war er als Wiederholungstäter zu einer achtjährigen Wettkampfsperre verurteilt worden, die aber später auf die Hälfte reduziert wurde und im August 2010 endete. Seitdem ist Gatlin nicht nur in die Weltspitze zurückgesprintet, sondern lief im vergangenen September in Brüssel sogar 9,77 Sekunden – schneller waren zuvor nur vier Läufer.

In den vergangenen drei Jahren war er bei einem chinesischen Ausrüster unter Vertrag, nun wechselt er zu Nike. „Ich bin sehr enttäuscht, diese Nachricht zu hören“, sagte die Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe der Zeitung „The Guardian“ zum neuen Gatlin-Kontrakt. Die Britin ist ebenfalls bei Nike unter Vertrag. „Es sind nicht die Grundwerte von Nike, die ich stolz vertrete.“

Deutschlands Diskus-Olympiasieger Robert Harting hatte die Einladung des Weltverbandes IAAF für die Wahl des „Leichtathleten des Jahres“ im vergangenen Jahr abgelehnt, weil er gemeinsam mit Gatlin auf der Kandidatenliste stand.