Weiter uneinsichtig
29.01.2009 | 22:06 Uhr 2009-01-29T22:06:45+0100Zwanziger rudert zurück - aber nicht in der Streitsache
Ob wirklich irgendjemand angenommen hatte, dass Theo Zwanziger Ernst machen würde mit seiner vor gut zwei Monaten ausgestoßenen Drohung, im Falle einer Niederlage im Rechsstreit mit dem Journalisten und NRZ-Mitarbeiter Jens Weinreich als DFB-Präsident zurückzutreten?Jetzt ist nicht einmal mehr klar, ob es überhaupt noch zu einer Verhandlung kommt, aber Zwanziger ist sicherheitshalber schon mal zurückgerudert. Nicht in der Streitsache, versteht sich. Da bleibt er unverändert halsstarrig. Kein Wort des Bedauerns etwa über seine Kampagne gegen die Meinungsfreiheit und über sein merkwürdiges Demokratieverständnis, das er durch die Missachtung der deutschen Rechtsprechung offenbarte - lediglich die Feststellung, dass er sich künftig im Internet durch den Verband besser gegen ungerechtfertigte Angriffe geschützt sieht und dadurch das Amt weiter die Faszination für ihn hat, "die es immer für mich hatte."Na, dann ist ja gut, und Millionen Fußballfans werden erleichtert sein ...Respekt hätte der DFB-Chef nur in einem Fall verdient: wenn er endlich zu der Einsicht gekommen wäre, dass er sich völlig verrannt hat, als er wegen einer diskussionswürdigen, aber ohne Zwanzigers Überreaktion kaum beachteten Kritik in einem Internet-Blog ("Demagoge") einen Journalisten mit der ganzen Macht des DFB-Apparates verfolgte.So aber bleibt der Eindruck, dass hier ein Mann nichts begriffen hat - außer, welche Vorteile sein Amt hat. Von wegen also: "Ich werde meine persönliche Ehre nicht auf dem Altar des Amtes opfern."
r.schuessler@nrz.de

16:16
Treffend formuliert. Die Geschichte ist unglaublich. Ich werde, bis zum Ausscheiden Zwanzigers, jedes DFB-Spiel boykottieren. Dieses treten gegen die Meinungsfreiheit, kann nicht ungestraft bleiben. Die gestartete Pressekampagne, in der bewusst Unwahrheiten verbreitet wurden, kann und darf nicht tollerriert werden. Zwanziger MUSS daher zurücktreten. Andernfalls verliert der DFB jede Glaubwürdigkeit.