Weicheier

Wir sind empört. Zusammen mit dem sympathischen Luis Suárez sind wir aufrichtig empört. Der uruguayische Fußball-Nationalspieler hat jetzt noch einmal über alles nachgedacht und kann gar nicht mehr an sich halten. Er fühlt sich falsch behandelt.

Schließlich wird der Stürmer im Sommer die Copa America, die Südamerikameisterschaften, verpassen, weil er noch gesperrt ist. Für neun Länderspiele wurde er verbannt und zu Saisonbeginn durfte er auch beim FC Barcelona nicht ran. „Viel zu viel, ich bin zum Zuschauen verdammt“, klagte der 28-Jährige nun, „das eine oder das andere wäre okay gewesen, aber nicht beides.“ Und weiter: „Das ist eine Behandlung, schlimmer, als wenn ich ein Hooligan wäre.“

Gesperrt. Und das nur, weil er bei der WM in Brasilien seinem italienischen Gegenspieler derart in den Oberarm gebissen hatte, dass auf der Haut unter dem Trikot Spuren zurückgeblieben waren.

Pah! Weicheier! Alle!

Wir alle sollten uns viel eher ein Beispiel nehmen an Luis Suarez, einem leuchtenden Beispiel für Fairplay und Nächstenliebe. Wenn man die regelmäßigen Aussetzer (ein tätlicher Angriff auf einen Schiedsrichter als Jugendlicher, zwei weitere Bisse gegen Gegenspieler, eine Schlägerei mit einem Mitspieler, eine rassistische Beleidigung etc.) mal beiseite lässt, ist er ein wirklich guter Fußballer.

Bei der Copa America wird man ihn nicht sehen. Schade. Nicht seine Schuld. Versteht sich.