Wawrinka verdirbt den Franzosen ihre Finalparty

Paris..  Die Franzosen müssen weiter auf ihren ersten heimischen French-Open-Sieger seit 32 Jahren warten. Am Freitag verlor in Paris Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga sein Halbfinale gegen den Schweizer Stan Wawrinka mit 3:6, 7:6 (7:1), 6:7 (3:7), 4:6 und verpasste damit den Einzug ins Finale. Als letzter Franzose hat Yannik Noah 1983 den Sandplatzklassiker gewonnen. Seitdem wartet die Grande Nation vergeblich auf den Triumph eines Lokalmatadors im Stade Roland Garros.

Wer Wawrinkas Finalgegner sein wird, entscheidet sich erst am Samstag. Das zweite Halbfinale zwischen Novak Djokovic und Andy Murray wurde am Freitagabend wegen eines bevorstehenden Sturmes unterbrochen. Der serbische Weltranglistenerste führte da mit 6:3, 6:3, 5:7, 3:3. Die Partie wird um 13 Uhr vor dem Damen-Endspiel fortgesetzt.

Wawrinka verwandelte nach 3:46 Stunden seinen ersten Matchball und steht zum zweiten Mal in seiner Tennis-Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier im Endspiel. „Es war ein schweres Match gegen Jo, gerade hier in Roland Garros“, sagte der Gewinner der Australian Open von 2014. Djokovic’ Coach Boris Becker hatte Wawrinka schon vor dem Duell mit Tsonga gelobt: „Stan ist seit seinem Erfolg in Melbourne beständig einer der besten Spieler der Welt – auf jedem Belag.“

Gegen Tsonga zeigte sich Wawrinka in bester Verfassung und hatte zunächst alles im Griff. Der Franzose wirkte nach seinem Marathonmatch im Viertelfinale gegen den Japaner Kei Nishikori müde und schwerfällig, glich im zweiten Satz jedoch nach Tie-Break aus. Wawrinka behielt dann allerdings die Nerven: Der Weltranglisten-Neunte wehrte im kompletten Match 16 von 17 Breakbällen ab und nahm Tsonga im vierten Satz gleich zu Beginn das entscheidende Spiel ab.