Wasserspringer weit von EM-Medaillen weg

Mit lädierten Füßen hatten die deutschen Wasserspringer am zweiten Tag der Europameisterschaften in Rostock nichts zu tun mit der Medaillenvergabe.

Rostock.. Die dreimalige EM-Dritte Maria Kurjo touchierte im Finale vom Turm beim zweieinhalbfachen Delphinsalto mit dem Fuß die Zehn-Meter-Plattform. "Das ist so, als wenn man beim schnell fahrenden Auto den Anker wirft", erklärte Chefbundestrainer Lutz Buschkow den völlig unkontrollierten Sprung. "Da kann man nichts mehr machen", sagte Kurjo unter Tränen. Der Fuß schmerzte sie da weniger als Platz zwölf.

Kurjo hatte im Finale beim Sieg der Ukrainerin Julija Prokoptschuk bereits zuvor ihre gewohnte Leistung nicht abrufen können. "Das war heute nicht ihr Tag", kommentierte Buschkow. Er hatte Kurjo vor fünf Jahren ebenfalls in der Neptunschwimmhalle bewusstlos aus dem Becken ziehen müssen, als sie damals bei einem dreieinhalbfachen Salto mit dem Kopf den Beton touchiert hatte. Bereits an diesem Donnerstag geht die EM für Kurjo mit dem Synchronspringen vom Turm weiter.

Auch sonst gab es aus deutscher Sicht nichts zu holen: Oliver Homuth aus Berlin kam vom Ein-Meter-Brett nicht über Platz neun hinaus, sein Dresdener Teamkollege Timo Barthel musste die Qualifikation mit einer Kapselverletzung am Fuß vorzeitig beenden. Die erst 14-jährige Elena Wassen verpasste als Vorkampf-15. bei ihrem EM-Debüt das Finale.

Der Sieg vom nicht-olympischen Ein-Meter-Brett ging an Matthieu Rosset. Der Franzose holte nach vier Bronzemedaillen souverän seinen ersten EM-Titel vor dem Russen Jewgeni Nowoselow und Oleg Kolodji aus der Ukraine.

Wie bereits im Vorkampf fehlte Homuth bei seinen Sprüngen der letzte Feinschliff, um höhere Noten als 7,0 zu bekommen. "Es waren zu viel kleine Schusseligkeitsfehler. Oliver hat keine Glanzpunkte setzen können", sagte Buschkow über den EM-Dritten von 2013. Titelverteidiger Patrick Hausding verzichtete in diesem Jahr und startet nach Team-Silber mit Kurjo an diesem Donnerstag vom Drei-Meter-Brett.

Timo Barthel musste die Qualifikation nach einem missglückten Sprung verletzt abbrechen. Nach gutem Beginn fiel er bei seinem gehechteten zweieinhalbfachen Salto vorwärts mit einer Schraube nach verpatztem Anlauf unglücklich vom Brett ins Wasser - das wurde mit null Punkten gewertet. Der 19-Jährige gab nach Beratung mit den Mannschaftsärzten den Wettkampf auf und wurde zur Untersuchung seines Zehengelenks ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde eine Kapselverletzung diagnostiziert, Barthel muss etwa eine Woche pausieren.