Wasserspringer Kurjo/Hausding holen EM-Silber

Bei der Siegerehrung grinsten Maria Kurjo und Patrick Hausding mit der Silbermedaille in der Hand über eine Panne zum Auftakt der Wassersprung-EM in Rostock.

Rostock.. Statt der russischen Hymne für die Team-Europameister Nadeschda Baschina/Victor Minibajew wurde ein anderes Lied gespielt. Als die Organisatoren den Fauxpas merkten sangen die russischen Springer und Zuschauer am Dienstagabend ihre Hymne einfach selber. Ein Zusatzapplaus in der Neptunschwimmhalle war ihnen sicher.

Kurjo/Hausding verpassten den möglichen Sieg nur um 7,35 Punkte. "Gold wäre auch super gewesen, aber Silber ist erstmal ein guter Auftakt", sagte Hausding nach seinem ersten von vier geplanen EM-Wettkämpfen. "Ich bin zufrieden", erklärte Maria Kurjo und Chefbundestrainer Lutz Buschkow wollte dem entgangenem Sieg nicht groß nachtrauern: "Da wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Insgesamt war es ein erfreulicher Auftakt und gut für die Stimmung."

Vor dem letzten Durchgang hatten Kurjo/Hausding noch in Führung gelegen, dank des besseren letzten Sprungs zogen die russischen Titelverteidiger noch vorbei. Rang drei in diesem nicht-olympischen Wettbewerb ging an Julija Prokoptschuk/Illja Kwascha aus der Ukraine.

Im Vorjahr hatten Tina Punzel und Sascha Klein für Deutschland bei der EM in Berlin Platz drei belegt. 2010 waren Klein und die inzwischen zurückgetretene Christin Steuer bei der Team-Premiere Erste geworden, allerdings zählte der Wettbewerb damals nur zum EM-Demonstrationsprogramm.

Nach den beiden Pflichtsprüngen belegten Kurjo/Hausding noch Platz fünf, mit geringem Abstand auf die Spitze. Bei den frei zu wählenden Kürsprüngen schob sich das Duo dann vor dem letzten Durchgang auf Platz eins vor. Frankreich und Italien hatten ihre Siegchancen da schon eingebüßt. Dann aber brachte Hausding seinen dreieinhalbfachen Rückwärtssalto vom Turm nicht optimal ins Wasser - Russland zog mit besseren Sprüngen noch vorbei.

Rostock war für Hausding Zwischenstation einer wahren Weltreise. Bei der World Series auf drei Kontinenten wurden seine durchgehend guten Leistungen und zwei zweite Plätze in der Gesamtwertung mit einem ordentlichen Preisgeld belohnt. "In den vergangenen sechs Wochen war ich nur eine Woche zu Hause", berichtete Hausding, der an der Warnow noch im Einzel und im Synchron vom Drei-Meter-Brett sowie im Turm-Synchron mit dem allerdings angeschlagenen Weltmeister-Partner Klein antritt.

Beim Team-Event mussten die Springer aus zehn Nationen jede der sechs Sprung-Gruppen wie beispielsweise Auerbach oder Delfin zeigen. Jede(r) hatte dabei mindestens einmal vom Drei-Meter-Brett und vom Turm anzutreten. Die erreichten Punkte wurden addiert, es gab kein Streichresultat.