Was Schalke 04 mit dem Kroos-Verlust der Bayern zu tun hat

Mit WM-Goldmedaille nach Madrid: Toni Kroos.
Mit WM-Goldmedaille nach Madrid: Toni Kroos.
Foto: Getty
Es ist wohl kein Zufall, dass just zu dem Zeitpunkt, da der Wechsel von Toni Kroos nach Madrid vollzogen wurde, Hermann Gerland schon mal Interesse an Schalkes Talent Leon Goretzka angemeldet hat. Ganz so abwegig ist ein Zusammenhang freilich nicht. Ein Kommentar.

Essen.. Bei einer Fußball-WM spielen auch Vereinsinteressen eine Rolle.

Für den FC Schalke 04 etwa lief das Turnier in Brasilien positiv. Benedikt Höwedes hat – wie neben ihm nur Manuel Neuer und Philipp Lahm – jede Minute auf dem Weg zum Titel gespielt, für seinen Klub Werbung gemacht und Selbstvertrauen getankt.Julian Draxler kam zwar lediglich zu einem Kurzeinsatz, aber beim denkwürdigen 7:1 gegen Brasilien auf dem Platz gestanden zu haben, dürfte genug Motivation für ihn sein. Klaas-Jan Huntelaar schließlich hat dem drohenden Frust über sein Bankdasein mit seinem entscheidenden Elfmeter-Tor für die Niederlande gegen Mexiko gerade noch den Garaus gemacht.

Zum Glück für Schalke weckte allerdings keiner von ihnen Begehrlichkeiten bei großen Klubs, die für Unruhe vor dem Bundesliga-Start gesorgt hätten. Da dürfte es S04-Manager Horst Heldt wenig bekümmern, dass Bayern München schon mal Interesse an einem Schalker Talent angemeldet hat, das sich gar nicht in Brasilien zeigen konnte. Leon Goretzka werde zwangsläufig irgendwann beim Rekordmeister landen, prophezeite Guardiola-Assistent Hermann Gerland in einem Interview.

Noch muss Bayern Klubs wie Real und Chelsea gewähren lassen

Es gehört nun einmal zum Selbstverständnis der Münchner, jeden deutschen Topspieler, den man will, auch zu bekommen. Was lediglich bei Marco Reus (noch) nicht geklappt hat. Auf internationaler Ebene freilich ist der FC Bayern noch nicht soweit. Da sind unter anderen (noch) Vereine wie Real Madrid oder Chelsea vor. Immerhin aber hatte es der deutsche Rekordmeister zuletzt immer geschafft, Versuche, seine Stars zu ködern, abzublocken und das Signal an die Konkurrenz auszusenden: Ihr könnt keinen kriegen, den wir behalten wollen.

Insofern ist die Sache mit Toni Kroos dumm gelaufen. Nicht, dass der zu Real Madrid wechselnde Mittelfeldspieler kaum zu ersetzen wäre. Der in der Rückrunde verletzt ausgefallene Thiago passt wohl sogar besser ins Konzept von Pep Guardiola. Nur können die Münchner jetzt schlecht behaupten, sie ließen den frischgebackenen Weltmeister freiwillig ziehen. Aber dafür dürften sie sich demnächst wieder an Schalke oder Dortmund schadlos halten.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE