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Warum IOC-Boss Bach als Wortführer im Antidoping-Kampf unglaubwürdig ist

13.11.2013 | 18:45 Uhr
Warum IOC-Boss Bach als Wortführer im Antidoping-Kampf unglaubwürdig ist
Kündigte in Johannesburg mehr und effektivere Dopingkontrollen im Vorfeld der Winterspiele in Sotschi an. Foto: Reuters

München.  Als unlängst enthüllt wurde, dass systematisches Doping keineswegs auf den Osten Deutschlands beschränkt war, gab sich Thomas Bach ahnungslos. Deshalb ist der neue IOC-Präsident jetzt als Wortführer im Antidoping-Kampf wenig glaubwürdig. Ein Kommentar.

Eine über 50-prozentige Steigerung löst gewöhnlich anerkennendes Raunen aus. Dass der neue IOC-Präsident Thomas Bach jetzt eine Erhöhung der Trainingskontrollen im Vorfeld der Olympischen Winterspiele von 804 (Vancouver 2010) auf 1269 (Sotschi 2014) angekündigt hat, macht freilich wenig Eindruck. Hat sich doch längst die Auffassung verfestigt, den olympischen Gralshütern sei der Antidoping-Kampf eher lästig, weil zu viele enttarnte Betrüger nur ihre schöne heile Olympia-Welt in Verruf bringen.

Was Bach betrifft, so hat sich der frühere Fechter auch als Funktionär in seiner Heimat nie als exponierter Kämpfer gegen die Leistungsmanipulation hervorgetan. Im Gegenteil: Als unlängst Beweise für ein seit den 1970er-Jahren gefördertes Dopingprogramm in der Bundesrepublik auftauchten, hatte der damalige DOSB-Präsident den komplett Ahnungslosen gegeben. Da macht es sich natürlich gut, sich bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt als IOC-Chef zum Wortführer im Antidoping-Kampf aufzuschwingen.

Bach repräsentiert profitgieriges und intransparentes IOC-System

Reinhard Schüssler

Weniger redselig zeigt sich Bach dagegen im Hinblick auf die schon vor dem Start gescheiterte Münchener Bewerbung um die Winterspiele 2022. Bis heute „kein Kommentar“ von ihm über die desaströse Abstimmungs-Niederlage der Olympiabefürworter, an deren Spitze er in seiner Funktion als ranghöchster nationaler Funktionär stand. Bachs Schweigen liegt weniger in der gebotenen Neutralität eines IOC-Präsidenten begründet, vielmehr muss er das Votum vor allem als persönliche Schlappe empfunden haben.

Sicher, beim Bürgerentscheid haben lokale Interessen die Hauptrolle gespielt. Gleichwohl hätte ein Deutscher an der Spitze des IOC unter anderen Umständen der Pro-Olympia-Kampagne wohl zumindest einen Hauch von Rückenwind verschafft. Aber Bach verkörpert eben für die meisten seiner Landsleute wie kein anderer jenes von Profitgier und Intransparenz geprägte System IOC, das durch das Votum der Bürger in Bayern abgestraft wurde.

Reinhard Schüssler

Kommentare
15.11.2013
15:21
Warum IOC-Boss Bach als Wortführer im Antidoping-Kampf unglaubwürdig ist
von rusch44 | #1

Doping gab es bei uns nicht und wird es auch nicht geben.Träume weiter H.Bach.Ich kann Bayern nichts abgewinnen aber wie die den IOC abgewatscht...
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http://www.derwesten.de/sport/warum-bach-als-wortfuehrer-im-antidoping-kampf-nicht-glaubwuerdig-ist-id8665061.html
2013-11-13 18:45
Olympia,IOC,Internationales Olympisches Kommitee,Thomas Bach,Doping,Antidoping-Kampf
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