Vielleicht

Ja, doch, es darf durchaus als mittelprächtiger, nein, geradezu skandalöser Skandal bezeichnet werden, was sich da gerade in Wolfsburg tut. Oder besser noch: Was sich längst in Wolfsburg getan hat. Darum geht es ja.

Der dort ansässige Fußball-Klub VfL hat nämlich das Finale des DFB-Pokals erreicht und trifft in Berlin am kommenden Samstag auf Borussia Dortmund. Doch statt sich einfach zu freuen, dass sie dabei sind, fangen die jetzt plötzlich an, frech zu werden.

Unerhört.

Also wirklich.

Ach so? Sie wissen gar nicht was passiert ist? Nun: Die Macher aus der Autostadt haben entschieden, dass es schön wäre, wenn die Fans zeitnah nach dem Finale T-Shirts kaufen könnten, auf denen steht, was passiert ist, wenn es denn passiert: Pokalsieger 2015. Das Textil ist bereits gedruckt.

Als das rauskam, fühlte sich VfL-Sportchef Klaus Allofs sofort genötigt, das korrekt einzuordnen, weil er weiß, wie die Leute so denken. Auch und gerade über einen Verein, der nun nicht die meisten Fans, dafür aber die meiste Kohle von einem gönnerhaften Großsponsor hat: „Es ist eine ganz normale Herangehensweise und kein Ausdruck von Hochmut. Es liegt einfach daran, dass man die Dinge planen muss.“

Jedermann, der das nun wieder doof oder gar skandalmäßig skandalös findet, dem sei gesagt, dass an den Straßen in der Dortmunder Innenstadt seit Tagen eine Umleitung ausgeschildert wird. Da soll am Sonntag irgendein Umzug stattfinden.

Vielleicht.

Das steht da aber nicht.