Kommentar

Vettel mitten im Minenfeld

Foto: dpa

Die Stallorder sorgt in der Formel 1 wieder für Ärger. In Malaysia fällt Sebastian Vettel bei seinem Sieg unangenehm auf. Ein Kommentar

Mit einem Blick aufs Podium ist die Geschichte hinter der Geschichte des Formel-1-Rennens in Malaysia erzählt. Da standen der Sieger Sebastian Vettel, der Zweitplatzierte Mark Webber und als Dritter Lewis Hamilton – grimmig, finster, schockstarr. Als seien ihnen in einem tropischen Sturzregen die letzten Felle davon geschwommen.

Lewis Hamilton brachte immerhin die Größe auf, noch auf dem Podium einzuräumen, dass sein schnellerer Teamkollege Nico Rosberg an seiner Stelle stehen müsse. Weltmeister Sebastian Vettel versuchte da noch, Teamkollege Mark Webber über den Mund zu fahren. Erst später brachte er die Einsicht auf, dass er Webber, seinem Team und auch sich selbst mit der Attacke kurz vor Rennende geschadet hatte.

Dahinter steckt zum einen der ungeklärte Grundkonflikt der Stallorder. Wird sie, was oft genug geschieht, eingehalten, verhindert sie im Grunde, dass der Zuschauer hart umkämpften und halbwegs ehrlichen Motorsport zu sehen bekommt. Wird sie missachtet, folgt die Diskussion darüber, ob Fahrer wie Sebastian Vettel, der in Malaysia seinem Egoismus ungebremst freien Lauf gelassen hat, nun Täter oder Opfer sind.

Für Vettel jedenfalls gilt: Er steckt mitten in einem Minenfeld. Ohne gnadenlosen Ehrgeiz wird man nicht Weltmeister, schon gar nicht dreimal in Folge. Und doch dürfte einem großen Teil der Fans und auch Red Bull nicht gefallen, wenn Vettel sich auf der Piste zu einer Kopie des jungen Michael Schumacher entwickelt, der stets den Eindruck erweckt hatte, für den Erfolg alles in Kauf zu nehmen. Vettels Sieg am Sonntag hat bereits diesen Beigeschmack – fader als jede Limonade.

Mehr lesen