Vehs honoriger Rücktritt

Ist erst mal weg: Armin Veh.
Ist erst mal weg: Armin Veh.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Der Coach des VfB Stuttgart wirft von sich aus hin. Auch, weil er ein Bauchmensch ist, ein lässiger Künstler, der nicht bis zum letzten Moment kämpfen mag. Der Liga wird seine Art fehlen.

Neues zum Thema Traditionsvereine in Not: Dortmunds Chef Hans-Joachim Watzke will zwar von Abstiegskampf nichts hören, hält aber eine Blut-, Schweiß- und Tränenrede. Wie man es macht, wenn alles schief läuft. Und in Stuttgart erklärt sich Trainer Armin Veh, der Trainer-Filou der Liga, zum Problem und tritt kurzerhand zurück.

Nun darf man den VfB nicht mit dem BVB vergleichen, ohne dass man Dortmund bitter unrecht tun würde. Dortmunds Krise wirkt langsam wie ein Fall für den Psychologen. In Stuttgart aber türmen sie seit der Meisterschaft vor sieben Jahren Fehler auf Fehler.

Im Schnitt hat sich kein Trainer seither auch nur eine Saison lang halten können. Und mit den ständigen Richtungswechseln zwischen erfahrenen Trainern und jungen Wilden hat der VfB eigentlich nur eins erreicht: Er verabschiedet sich jetzt, panisch, wieder einmal von allen Konzepten und sucht einen Haudegen, der ihn einfach in der Liga hält.

Und Armin Veh? Nimmt sich nicht zum ersten Mal diese Freiheit und ist dann mal weg. Sein Abschied vom VfB ist honorig, es steht aber zu befürchten, dass er ihm nachhängen wird.

Armin Veh ist ein sehr gelassener Typ – manchmal wirkt er wie ein ironisch-distanzierter Beobachter seiner überdrehten Branche. Und nicht wie einer, der verbissen kämpft, wenn er glaubt, Windmühlenflügeln gegenüber zu stehen. Dann geht er lieber. Schade drum.