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Tour de France

Valverde gewinnt letzte Bergetappe - Wiggins vor Gesamtsieg

19.07.2012 | 17:38 Uhr
Valverde gewinnt letzte Bergetappe - Wiggins vor Gesamtsieg

Peyragudes.  Der spanische Radprofi Alejandro Valverde hat auf der letzten Bergetappe der Tour de France seinen ersten Tagessieg gefeiert. Gesamtspitzenreiter Bradley Wiggins (kam hinter seinem Landsmann und Edelhelfer Christopher Froome mit 18 Sekunden Rückstand als Dritter ins Ziel.

Im Schlepptau seines bärenstarken Teamkollegen Christopher Froome hat Bradley Wiggins in den Pyrenäen auch die letzten großen Hindernisse auf dem Weg zum ersten britischen Toursieg gemeistert. Der Bahn-Olympiasieger brachte auch auf der letzten Bergetappe der 99. Tour de France über 143,5 Kilometern von Bagneres-de-Luchon nach Peyragudes sein Gelbes Trikot sicher ins Ziel. Damit dürfte dem Sky-Kapitän auf den letzten 396 Kilometern bis zum Zielstrich auf den Champs Elysees in Paris der Gesamtsieg kaum mehr zu nehmen sein, zumal der Brite als bester Zeitfahrer des Pelotons gilt.

Auf dem 17. Teilstück erreichte Wiggins als Dritter 19 Sekunden hinter Tagessieger Alejandro Valverde an der Seite des zweitplatzierten Froome die Bergankunft im 1603 Meter hoch gelegenen Peyragudes. Damit verteidigte der 32-Jährige seinen Vorsprung im Gesamtklassement von 2:05 Minuten auf Landsmann Froome erfolgreich. Dritter bleibt der Italiener Vincenzo Nibali, der ein wenig Zeit verlor und nun einen Rückstand von 2:41 Minuten aufweist.

Nibali war beim letzten Pyrenäen-Ritt über fünf Berge, darunter auch der 1755 Meter hohe Port de Bales, zunächst der einzige Fahrer, der noch einmal einen Angriff auf Wiggins wagte. Doch am letzten Berg ging dem Italiener die Luft aus. So war Wiggins mithilfe seines Edelhelfers Froome, der in Paris den britischen Doppelsieg perfekt machen könnte, jederzeit Herr der Lage.

Valverde im Alleingang zum Sieg

Der Etappensieg ging unterdessen an Valverde. Der Spanier hatte sich am vorletzten Anstieg aus einer Spitzengruppe gelöst und seinen insgesamt dritten Etappensieg nach 2005 und 2008 im Alleingang herausgefahren. So konnte der Movistar-Profi bei seiner ersten Tour-Teilnahme seit 2008 doch noch ein Ausrufezeichen setzen, nachdem er bei den letzten drei Auflagen der Frankreich-Rundfahrt wegen seiner Verwicklung in den Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes gefehlt hatte.

Der Franzose Thomas Voeckler sammelte unterdessen bei den ersten drei Bergwertungen des Tages weiter Punkte und baute seine Führung in der Bergwertung aus. Damit ist ihm das Gepunktete Trikot nicht mehr zu nehmen, so er denn Paris erreicht.

Andy Schleck glaubt auch an Vergiftung

Doping
Schleck-Brüder sollen auf Fuentes-Liste gestanden haben

Den Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke hat die Nachricht von der positiven Dopingprobe bei Frank Schleck während der Tour de France kaum überrascht. "Sie standen ja schon bei Fuentes auf der Liste." Er habe eine Rechnung vorliegen, die das BKA beim spanischen Dopingarzt gefunden hatte.

Unterdessen hat der nach dem positiven Dopingbefund am Mittwoch ausgestiegene Luxemburger Fränk Schleck Unterstützung von seinem Bruder Andy erhalten, der ebenfalls eine mögliche Verschwörung in Betracht zieht. "Das Produkt muss irgendwie in seinen Körper gelangt sein, ohne dass er es wusste. Es ist die einzige Erklärung, die wir haben", sagte der Toursieger von 2010 dem luxemburgischen Radiosender DNR und kündigte an, dass er mit Fränk um dessen Unschuld kämpfen werde: "Wir werden uns mit Chemikern und eventuell auch einem Dopingexperten zusammensetzen, da wir selber nicht genau wissen, um welches Mittel es sich handelt."

Fränk Schleck war am 14. Juli bei einer Dopingkontrolle bei der Tour de France positiv auf das Diuretikum Xipamid getestet worden. Der 32-Jährige hat seine Unschuld beteuert. Sollte die B-Probe die erste Analyse bestätigen, will Schleck Anzeige gegen unbekannt wegen Vergiftung erstatten. Ihm droht eine Sperre von bis zu einem Jahr.

Am Freitag winkt den Sprintern die vorletzte Chance auf eine Massenankunft. Auf den 222,5 Kilometern von Blagnac nach Brive-la-Gaillarde sind nur noch Berge der dritten und vierten Kategorie zu bewältigen. (dapd)



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