Vakante Rolle

Die Bundesliga ist zurück aus ihrem Winterschlaf. Und zwar nicht müde, sondern gleich mit erstaunlichen Erkenntnissen.

Die erste: Bayern München kann noch verlieren.

Die zweite: Borussia Dortmund ist Tabellenletzter.

Beides hat sogar einen gemeinsamen Berührungspunkt: Und zwar den VfL Wolfsburg.

Der in der Fußball-Republik wenig verehrte, weil mit den Millionen des ortsansässigen Autokonzerns bis an die Grenzen der Wettbewerbsverzerrung aufgepumpte VfL schwang sich zu einem fulminanten Sieg gegen die schier unschlagbaren Bayern auf. Für den Moment bedeutet das zwar nicht, dass die Meisterschaft noch einmal spannend würde, aber es gibt zumindest dem Rest der Liga und vermutlich auch dem Rest des Landes den Glauben zurück, dass es geht. Gehen könnte.

Wolfsburg hat somit in den vergangenen Tagen eines sehr eindrucksvoll dokumentiert: Es will und es kann. Das Geld ist sowieso da, kluge Köpfe und talentierte Spieler mittlerweile auch. Der geplante 30-Millionen-Deal mit Weltmeister Andre Schürrle passt da ins Bild. Mit Macht drängt Weiß und Grün in die Rolle, die nach dem kolossalen Absturz des langjährigen Bayern-Rivalen Borussia Dortmund derzeit vakant ist: Die Rolle der nationalen Nummer zwei.

Die Tabelle weist Wolfsburg derzeit schon als genau das aus. Und in den kommenden Jahren darf es nach der Vision der Macher sicher auch ein bisschen mehr sein. Der VfL tut daher gut daran, auf seine De Bruynes aufzupassen.

Dortmund war letztlich doch chancenlos gegen den personellen Münchner Großangriff. Nun ist die Borussia auf dem letzten Platz gestrandet. Das verändert die Gesamtlage nicht, sieht nur noch blöder aus. Vor allem für jene BVB-Sympathisanten, die an Statistiken glauben: 69 Prozent aller Tabellenletzten am 18. Spieltag sind später abgestiegen.