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Unterschrift oder Startverbot

20.06.2007 | 08:40 Uhr

Wer unter Doping-Verdacht steht, braucht zum Start der Tour de France am 7. Juli gar nicht erst anzureisen.Bundesverteidigungsminister Jung droht ertappten Dopingsündern mit der fristlosen Entlassung

Genf. Tour-Direktor Christian Prudhomme hat allen Mannschaften, die sich nicht dem klaren Antidoping-Kurs des Radsport-Weltverbandes UCI unterwerfen wollen, mit dem Ausschluss von der Frankreich-Rundfahrt gedroht: "Wer Fahrer in seinen Reihen duldet, die unter Dopingverdacht stehen, braucht gar nicht zum Start am 7. Juli nach London anzureisen", sagte der 46-Jährige nach der Krisensitzung von UCI und Profiteams in Genf. Dies könnte in erster Linie den US-Rennstall Discovery Channel mit Kapitän Levi Leipheimer treffen, der bis 2006 bei Gerolsteiner fuhr. Denn Teamchef Johan Bruyneel hatte den Austritt aus der Vereinigung der Profimannschaften angekündigt und nicht an der Abstimmung teilgenommen.

Die deutschen Rennställe sehen der Entwicklung mit gemischten Gefühlen entgegen: "Es ist schon zu viel angekündigt und nicht umgesetzt worden, deshalb wage ich keine Prognose", sagte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. Und auch Luuc Eisenga, Technischer Direktor bei T-Mobile, gab sich zurückhaltend: "Bei der Frage, wohin der Weg führt, zählen nur Fakten, nicht Gefühle. Wer noch immer nicht einsehen will, dass konsequentes Handeln erforderlich ist, muss sich wirklich fragen lassen, was er noch im Radsport will."

Holczer wiederum setzt seine Hoffnung in die große Zustimmung beim Votum von Genf: Mit 19:0 Stimmen hatten die ProTour-Teams die UCI-Forderung akzeptiert, ab Juli keine Fahrer mehr zu melden, die ihre Unterschrift unter die "Ehrenerklärung" verweigern. Sie umfasst auch das Einverständnis, eine DNA-Probe abzugeben und bei positiver Probe ein Jahresgehalt als Strafe zu zahlen.

Bei Milram werden laut Teamchef Gianluigi Stanga alle Fahrer die Ehrenerklärung unterschreiben - von Erik Zabel bis Alessandro Petacchi. Es werde keine Probleme geben, sagte der Italiener. Kritik an den Beschlüssen kam unterdessen bei der internationalen Vereinigung der Radsportler auf. "Die Fahrer sind die Einzigen, die zahlen müssen. Sie trifft aber nicht die alleinige Schuld", sagte der frühere Straßen-Weltmeister und heutige CPA-Präsident Francesco Moser. Noch am vergangenen Freitag habe er mit dem UCI-Präsidenten Pat McQuaid über einen neuen Ethikcode gesprochen. Dabei sollten die Teams genauso wie die Fahrer in die Verantwortung genommen werden.

Dass auch in der Bundeswehr kein Platz ist für Dopingsünder, bekräftigte Verteidigungsminister Franz-Josef Jung Mittwoch im Sportausschuss des Bundestages: "Die disziplinarische Konsequenz wäre, dass die Tätigkeit bei der Bundeswehr beendet ist", sagte Jung. Im Klartext: Wer dopt, wird entlassen.

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