Untergang

Worüber sollen wir reden? Über das 2:42 des SC Mödling? Oder über neun fehlende Treffer, die Mödlings Gegner, dem ASV Unterwaltersdorf, am Ende fehlten um aufzusteigen?

Von welcher Seite man es sieht: Die Geschichte schlägt Wellen.

Die Fakten: Letzter Spieltag in der österreichischen Kreisklasse Ost-Mitte. Der ASV Unterwaltersdorf geht mit dem um 47 Treffer schlechteren Torverhältnis ins Spiel beim abgeschlagenen Letzten. Der SC Mödling hat bis hierhin gerade einmal acht Tore in 25 Spielen erzielt.

Was folgte, hatte niemand auf dem Zettel.

Auch nicht Unterwaltersdorfs Trainer Michael Hartl. „Ich habe völlig die Übersicht verloren“, gestand er hinterher. Die Torschützen zu notieren, gelang ihm nicht- da hätte es eines Stenotypisten bedurft. Michael Kanyka, Trainer, Obmann, Spieler des SC Mödling, sprach sich Mut zu: „Wir wurden überrollt, haben aber tapfer gekämpft, einen Elfmeter gehalten und sogar zwei Tore erzielt.“ Akute Personalnot hatte ihn eine Rumpftruppe auf den Platz schicken lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Mödling begann zu Zehnt, Ersatzspieler fehlten, ein Mann verletzte sich - am Ende gingen sie zu neunt unter.

Erhobenen Hauptes? Abzusagen sei ihnen nicht in den Sinn gekommen. Ist das aller sportlichen Ehren wert? Oder Wettbewerbsverzerrung? Denn wäre Unterwaltersdorf tatsächlich wegen eines solchen Mega-Ergebnisses aufgestiegen, hätte der jetzige Meister Lug und Trug gewittert.

Verdenken hätte man es ihm nicht können. Wobei: Wetten waren gar nicht möglich.

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