Und der Sieger heißt: Hamilton

Sakhir..  Lewis Hamilton hüpfte nach seinem ungefährdeten Triumph beim packenden Flutlicht-Rennen in der Wüste wie ein kleiner Junge auf dem Siegerpodest herum und genoss das spektakuläre Feuerwerk am Nachthimmel. „Super“, sagte der Silberpfeil-Star nach seinem dritten Saisonsieg und dem nächsten wichtigen Schritt zur Formel-1-Titelverteidigung. „Klar, mein Ziel ist es, wieder Weltmeister zu werden.“ Bittere Rückschläge seiner beiden härtesten WM-Konkurrenten Nico Rosberg und Sebastian Vettel beim Großen Preis von Bahrain am Sonntag machten den Erfolg für Hamilton noch süßer.

Teamkollege Rosberg kosteten Bremsprobleme in der vorletzten Runde nach einer überwiegend starken Leistung den scheinbar sicheren zweiten Rang beim vierten Saisonlauf. „Ich habe dummerweise meine Bremse verloren“, klagte der letztendlich drittplatzierte Mercedes-Mann aus Wiesbaden über ein durchfallendes Pedal. „Das ist sehr enttäuschend.“ Ferrari-Rivale Kimi Räikkönen profitierte von dem technischen Defekt und staubte Platz zwei ab.

Vettel mit ungewohnten Fehlern

Vettel brachte sich auf dem Bahrain International Circuit durch einige ungewohnte Fehler und Verbremser um seinen vierten Podestplatz in dieser Saison. Weil sich der vierfache Champion aus Heppenheim in der 37. Runde dabei auch einen Frontflügel ruinierte, blieb ihm nur der ernüchternde fünfte Rang. „Ich bin ein bisschen von der Strecke abgekommen und habe mir da eine Ecke etwas abgefahren“, schilderte er seinen größten Patzer, durch den er außerplanmäßig eine neue Fahrzeugnase abholen musste. „Ich bin nicht zufrieden.“

Titelverteidiger Hamilton baute durch seinen dritten Saisonsieg die Führung in der WM-Wertung weiter aus. Vor dem Europa-Auftakt in Barcelona in drei Wochen liegt der Brite mit 93 Punkten schon deutlich vor Rosberg (66). Vettel (65) fiel auf Rang drei zurück.

Rosbergs bittere Miene war nach dem Riesenpech verständlich. Nachdem der 29-Jährige in den zurückliegenden Rennen wegen teilweise klarer Niederlagen und seiner Nörgelei gegenüber Hamilton viel Kritik einstecken musste, präsentierte er sich dieses Mal kämpferisch, aggressiv und in Top-Form. Gleich zweimal passierte er Vettel mit großartigen Attacken. „Rote Autos überholen macht Spaß“, sagte Rosberg. Vettel fand es indes weniger lustig, „zweimal von Nico überholt zu werden“. Wegen der Bremsprobleme wurde es aber nichts mit dem erhofften Doppelerfolg beim Silberpfeil-Jubiläum: Mercedes bestritt in Sakhir seinen 100. Grand Prix.

Hülkenberg nicht in den Punkten

Hamilton blieb von jeglichem Missgeschick verschont und konnte seinen Vorjahreserfolg nach 308,238 Kilometern problemlos wiederholen. Der Silberpfeil-Star kontrollierte das Geschehen und gab immer nur dann mehr Gas, wenn es nötig war. „Zum Glück habe ich alles gut hinbekommen“. berichtete der Brite nach der obligatorischen Siegerdusche entspannt lächelnd. „Die Bremsen sind hier sehr heiß geworden. Aber letztlich war das kein Problem.“

Nicht so richtig freuen wollte sich Räikkönen über seinen ersten Podiumsplatz seit dem 6. Oktober 2013, als er in Südkorea ebenfalls Zweiter geworden war. „Niemand ist glücklich, wenn man Zweiter wird“, sagte der Finne lakonisch. „Aber nach meinem schwierigen Saisonstart bin ich froh, auf dem Podest gelandet zu sein.“

Nico Hülkenberg, der Emmericher, schaffte es in der jungen Saison zum dritten Mal hintereinander nicht in die Punkte. Der Force-India-Pilot belegte nach einem alles in allem mäßigen Rennen lediglich den 13. Rang..