Überlegener Hoff feiert Kanu-Doppelerfolg bei Europaspielen

Max Hoff hat sich bei den Europaspielen in Baku seine zweite Goldmedaille gesichert.
Max Hoff hat sich bei den Europaspielen in Baku seine zweite Goldmedaille gesichert.
Foto: imago
Nach seiner Triumphfahrt bleibt Max Hoff sogar noch Kraft für einen Freudenschrei. In beeindruckender Manier feiert der Kanute sein zweites Gold bei den Europaspielen.

Baku.. Am Ende seiner Triumphfahrt bei Sommerhitze blieb Max Hoff auch noch Kraft für einen Jubelschrei. Mit einem beeindruckenden Solo machte der Erfolgskanute bei den Europaspielen am Dienstag in Mingachevir über die Kajak-Marathonstrecke seine zweite Goldmedaille perfekt. "Ich bin super happy. Die 5000 sind mein Lieblingsrennen", sagte der 32 Jahre alte Europameister. "Wahrscheinlich werde ich nicht wieder zu Europaspielen fahren, weil ich zu alt bin. Was will ich mehr, als hier zweimal zu gewinnen."

Der deutsche Premierensieger sicherte sich nach dem Sieg über 1000 Meter tags zuvor auch den Titel über fünf Kilometer. Zum Abschluss der Kanu-Wettbewerbe übernahm Hoff bei etwa 35 Grad an Land auf der nicht-olympischen Distanz früh die Führung und ließ sich den überlegenen Sieg nicht mehr nehmen. "Wir sind jetzt hier sechs Stunden von Baku weg", sagte Hoff, der die Spiele nicht nur wegen der Lage, sondern auch wegen des Zeitpunkts vor der WM kritisch gesehen hatte. "Ich glaube ein Bierchen werden wir uns da schön gönnen".

Olympia-Quali wartet

"Um im Einer Erfolg zu haben, musst du ein Ausnahmeathlet und positiv verrückt sein", charakterisierte Jens Kahl, Sportdirektor beim Deutschen Kanu-Verband, seinen Goldgaranten kurz vor der Siegerehrung. "Ihn musst du eher bremsen, er hat Hummeln im Hintern."

Mit dreimal Gold und insgesamt sieben Medaillen beendete der DKV die Kanu-Wettbewerbe hinter Ungarn als zweiterfolgreichste Nation. "Wir haben noch einen anderen Höhepunkt, auf den die Saison ausgerichtet ist: Die Olympia-Qualifikation in Mailand", erklärte Kahl. "Unter diesem Aspekt ist die Ausbeute fantastisch."

"Der braucht das wirklich"

Dem Duo Ronald Rauhe und Tom Liebscher fehlten über 200 Meter im Kajak-Zweier kurz zuvor nur 0,073 Sekunden auf Rang zwei. "Sportlich ist die Medaille definitiv was wert. Es ist auch emotional etwas Besonderes, seine erste Europaspiele-Medaille zu gewinnen", sagte Olympiasieger Rauhe.

Beim Gedanken, dass Hoff eine 25-mal so lange Strecke bewältigt, musste Liebscher lachen. "Der braucht das wirklich, der freut sich auch noch da drauf", erklärte der 21-Jährige. "Ein paar Leute haben schon mehrfach ankündigt, ihn über die 1000 Meter herauszufordern. Aber ich glaube, das will doch keiner. Dann fährt er noch schneller als im Rennen, damit ihm keiner die Strecke wegnimmt." (dpa)