Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Olympia

Twitter ist der heimliche Star bei Olympia

06.08.2012 | 14:49 Uhr

London.  Für viele gehört Twitter zum sozialen Leben. Bei zahlreichen Sportlern, die zur Zeit bei den Olympischen Spielen im Einsatz sind, ist das nicht anders. Sie twittern und zittern mit ihren Teamkollegen und lassen die Welt daran teilhaben. Der Kurznachrichtendienst avanciert abseits von Schwimmbecken und Tennisplatz zum Star von London.

Wäre "Twittern" eine olympische Disziplin, gäbe es bei den XXX. Olympischen Spielen in London schon zahlreiche Medaillen für das deutsche Team. Mit Hilfe des Kurznachrichtendienstes können die Fans den Olympia-Alltag der Athleten verfolgen und bekommen dabei so private Einblicke wie nie zuvor. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mischt bei den "Social Media Spielen" fleißig mit. Unter dem Twitter-Profil des DOSB (@DOSB) werden alle Accounts der Athleten aufgeführt, darüber hinaus entwickelte man den Slogan "Wir für Deutschland" (#wirfuerD). Er soll Athleten und Fans auch im Netz verbinden und schafft auf Twitter den besten Überblick.

Kofferpacken und Kampfansagen

Hürdensprinterin Carolin Nytra (@CaroNytra) reiste erst vergangene Woche nach London, ließ ihre Follower deshalb bereits an ihren Reisevorbereitungen teilhaben. Während Nytra ihre Koffer packte, postete sie immer wieder Bilder einzelner Kleidungsstücke bei Twitter. Während der ersten Wettkampftage kommentiert sie regelmäßig Erfolge und Misserfolge ihrer Kollegen, machte dabei auch vor Kritik keinen Halt: "Leute, es ist teilweise echt lächerlich, wie die "Couch-Potatoes" sich das "Maul" über fehlende Medaillen zerreißen! Selber machen!"

Diskuswerfer Robert Harting (@DerHarting) ist erst in der zweiten Woche in den Wettbewerb eingestiegen, machte im Vorfeld aber schon Kampfansagen mit 140 Zeichen: "Morgen geht es in die Feinabstimmung. Ich habe noch eine Woche um von 95% auf 100% zu gelangen..."

Hinter den Kulissen im Olympischen Dorf

Sebastian Bayer mit dem Hashtag #WirfuerDFoto: Twitteraccount DOSB

Unsere deutschen Tennis-Damen um Sabine Lisicki (@sabinelisicki) und Angelique Kerber (@AngeliqueKerber) twittern ebenfalls fleißig. Nicht nur die eigenen Leistungen werden direkt nach Spielende getwittert, auch anderen Athleten können auf die Unterstützung der Tennis-Spielerinnen bauen. Während des Halbfinales im Degenfechten von Britta Heidemann twitterte Lisicki: "Meine Nerven... Was kommt bei raus???"

Jan Frodeno (@janfrodeno) ist Triathlet und Olympia-Sieger von 2008. Obwohl Frodeno erst am Dienstag im Londoner Hyde Park um eine Goldmedaille kämpft, ist er bereits seit der Eröffnung der Spiele im Olympischen Dorf, postet regelmäßig Bilder aus dem Frühstückssaal oder seinem Appartement.

Das Rennen machen die Amerikaner

Wenn es aber um den ganzen großen Twitter-Erfolg geht, sind die Amerikaner wieder mal meilenweit voraus. Die US-Torhüterin Hope Solo (@hopesolo) hat über ein halbe Million Follower, gehört zu den erfolgreichsten Sportlerinnen bei Twitter. Die Schwimmstars Ryan Lochte (@ryanlochte) und Michael Phelps (@MichaelPhelps) haben sich bei diesen Olympischen Spielen nicht nur im Schwimmbecken duelliert. Bei twitter hat der Rekord-Olympiasieger seinen jüngeren Mannschaftskameraden mittlerweile weit hinter sich gelassen: Phelps hat über eine Millionen Follower! Zum Vergleich: Unsere deutsche Nummer eins unter den "Twitter-Athletin" ist Sabine Lisicki mit knapp 50.000 Followern.

Die größte Attraktion der Olympischen Spiele ist zweifellos Usain Bolt - und das weiß der Jamaikaner auch. In seinem Profil (@usainbolt) beschreibt er sich selbst als den talentiertesten Sportler, den die Welt je gesehen hat. Dass er damit vielleicht gar nicht so unrecht haben könnte, bewies er am Sonntag: Bolt hat die 100 Meter bei den Olympischen Spielen in 9,63 Sekunden gewonnen, seine Verfolger deutlich auf die Plätze verwiesen - und nebenbei einen neuen olympischen Rekord aufgestellt. Nur wenige Stunden später bedankte sich Bolt bei seinen Fans für die Unterstützung - natürlich via Twitter!

Tag 10 - Bilder des Tages

Katrin Sander


Kommentare
Aus dem Ressort
Hans Meyer lobt Bundestrainer Löw und erklärt den WM-Titel
Gladbach-Interview
Seit Mittwoch steht fest: Joachim Löw bleibt bis 2016 Bundestrainer beim DFB. Hans Meyer freut das. Der ehemalige Trainer und jetzige Vorstand von Borussia Mönchengladbach spricht im Interview über seine Vorahnung zu Löw, den WM-Titel und kritisiert ganz nebenbei die Medien.
Götze chillt, Poldi grillt - So machen WM-Helden Urlaub
DFB-Team
Ein Trip nach Las Vegas, ein paar Tage auf der Yacht oder einfach nur Zeit mit der Familie - Unsere Fußball-Weltmeister lassen es sich gerade richtig gut gehen. Wie genau, das erfahren wir via Facebook, Instagram und Co.. Wir haben die Urlaubsbilder unserer WM-Stars gesammelt.
Verletzungspech - Clemens fehlt Schalke mit Muskelfaserriss
Clemens
Für Christian Clemens ist das Trainingslager in Grassau am Chiemsee beendet. Die Verletzung, die sich der 22-Jährige am Mittwochabend beim Testspiel in Rosenheim zugezogen hatte, entpuppte sich als Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel.
Nibali holt vierten Etappensieg und ist so gut wie durch
Tour de France
Was für eine Show von Vincenzo Nibali! Der Italiener demütigt bei der letzten Bergankunft der 101. Tour de France die Konkurrenz und feiert seinen vierten Etappensieg. Der Gesamterfolg ist ihm damit wohl sicher.
Fußballspiele nach antisemitischen Attacken im Fokus
Attacken
Antisemitische Reaktionen auf den Gaza-Konflikt haben auch den Fußball erreicht. In Österreich griffen Randalierer Spieler von Maccabi Haifa an, zuvor hatten Neonazis in Dortmund gegen Israelis gepöbelt, die beim internationalen Ruhr-Cup antreten werden. Veranstalter sehen sich jedoch gewappnet.
Lahm-Rücktritt
Philipp Lahms Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft...