Triumph für Keßler und Kellermann

Zürich..  Ein großer Erfolg für den VfL Wolfsburg: Sowohl die Weltfußballerin des Jahres als auch der Frauentrainer des Jahres kommen von dem deutschen Frauen-Bundesligisten, der 2014 das Double aus Champions League und Deutscher Meisterschaft gewann. Nadine Keßler und Ralf Kellermann nahmen ihre Preise erkennbar gerührt entgegen.

„Vielen Dank, es ist ein überragender Moment“, sagte Kellermann, der in seiner aktiven Zeit Ende der 80er-Jahre und Anfang der 90er-Jahre als Torhüter beim MSV Duisburg und bei Darmstadt 98 gespielt hatte und als Geehrter nun die Nachfolge von Bundestrainer Silvia Neid antrat. Der Trainer hatte ebenso wie VfL-Stürmerin Nadine Keßler wegen des Unfalltodes des Wolfsburger Bundesliga-Profis Junior Malanda zunächst erwogen, der Fifa-Gala fernzubleiben. „Es war keine einfache Situation für den Verein. Wir haben lange überlegt, ob wir an der Gala teilnehmen werden. Wir haben aber im Sinne des Fußballs und von Malanda gehandelt“, erklärte Kellermann, bat aber um Verständnis dafür, dass er keine lange Siegesrede hielt. „Es ist natürlich keine einfache Situation für den Verein und die Mitarbeiter. Wir sind in Wolfsburg wie eine große Familie.“

Sichtlich ergriffen war auch Nadine Keßler, die sich gegen die Amerikanerin Abby Wambach und die zuvor bereits fünfmalige brasilianische Weltfußballerin Marta durchsetzte. „Mein Herz schlägt bis zum Hals. Ich hätte nie im Leben diesen Moment in Erwägung gezogen. Dieser Moment wird aber von der Tragödie um Junior Malanda überschattet. Wir sind zutiefst erschüttert“, sagte Keßler.

In großer Tradition

Bei der 14. Wahl zur Weltfußballerin stand damit zum fünften Mal eine deutsche Spielerin ganz oben. Neben Nadine Keßler und Nadine Angerer 2013 hatte Birgit Prinz zwischen 2003 und 2005 dreimal triumphiert.