Trauer um Günter Brocker

Gelsenkirchen..  „Der muss so um die 14 Mark fünfzig gekostet haben“, schätzte und scherzte Günter Brocker, als er auf einen goldenen Ring schaute. Es war ein Meisterring, ein solches Exem­plar hatten alle Fußballer des FC Schalke 04, die 1958 mit einem 3:0 gegen den Hamburger SV in Hannover den bis heute letzten Deutschen Meistertitel nach Gelsenkirchen geholt hatten, zur Erinnerung erhalten. Günter Brocker war eine dieser Legenden. Er verstarb, wie erst jetzt bekannt wurde, vor einer Woche im Alter von 90 Jahren nach langer Krankheit.

1952 bekam der für den Duisburger FV 08 spielende Günter Brocker hohen Besuch: Eine Delegation mit Ernst Kuzorra, Fritz Szepan und Hermann Eppenhoff überredete ihn zu einem Wechsel nach Schalke, obwohl er bereits beim MSV unterschrieben hatte. Die Schalker klärten dann mit den Meiderichern, dass der Vertrag aufgelöst wurde.

Nachdem er seine Karriere 1961 beendet hatte, arbeitete der Duisburger als Bundesliga-Trainer in Kaiserslautern, Bremen, Schalke und Oberhausen. Den Ring von ‘58 hielt er sein Leben lang in Ehren.