Das aktuelle Wetter NRW -8°C

Leichtathletik

Tränen bei Frauen-Staffel nach Wechselfehler

31.07.2010 | 16:43 Uhr

Barcelona.Eine gescheiterte Stabübergabe zwischen Anne Möllinger und Verena Sailer brachte das DLV-Team bei der EM im 4x100m-Vorlauf um eine weitere Goldchance. Möllinger stürzte, der Stab fiel zu Boden.

Auch Startläuferin Yasmin Kwadwo (Wattenscheid) und Marion Wagner (Mainz) waren nach dem Malheur in Tränen aufgelöst.

„Ich habe den Stab leicht gespürt, aber an der Außenkante der Hand, nicht in der Hand. Es wäre total falsch, Anne jetzt die alleinige Schuld zu geben. Wenn, dann sind wir beide schuld“, meinte Verena Sailer, die in der Vereinsstaffel als eingespielte Duo zusammen mit Möllinger an der gleichen Position läuft. Sailer, die das 100-m-Finale in 11,10 Sekunden gewann, hatte bereits im EM-Finale 2006 in Göteborg zusammen mit Kathleen Tschirch einen zur Disqualifikation führenden Wechselfehler produziert.

Anne Möllinger, die an Position drei hinter Yasmin Kwadwo und Marion Wagner lief, meinte: „Ich bin ins Stolpern gekommen, weiß auch nicht, wie das passiert ist.“

Diskus-Weltmeister Harting im Finale

Während die Litauerin Zivile Balciunaite (2:31:14 Stunden) noch auf dem Weg zu ihrem Marathon-Gold war und die WM-Zweite Jennifer Oeser (Leverkusen) dem möglichen Bronze im Siebenkampf entgegenstrebte, schafften Diskus-Weltmeister Robert Harting (Berlin) mit starken 66,93 m und die drei anderen deutschen Staffeln den Einzug in die Finals am Sonntag. Medaillenchancen haben dabei über 4x100 m die Männer und über 4x400 m die Frauen.

Harting hätten auch seine 63,17 m vom ersten Versuch zum Weiterkommen gereicht. Doch der Berliner legte im zweiten Durchgang mit 66,93 m nach und erzielte damit die größte Weite aller vor Estlands Olympiasieger Gerd Kanter (65,43). Harting: „Ich bin in der Kürze der Zeit heute morgen noch nicht richtig warm geworden, deshalb lief es anfangs ein wenig ruppig. Mit dem zweiten Wurf bin ich zufrieden. Damit kann ich beruhigt ins Finale gehen.“

Weiter kam auch Martin Wierig (Magdeburg) als Neunter mit 62, 57 m. Dagegen scheiterte Markus Münch (Wedel/Pinneberg) als 24. mit schwachen 58,81 m. Harting verlor auch einen seiner drei Rivalen um Gold: Der Ungar Zoltan Kövago schied mit 59,04 m aus.

Ottey blieb auf der Strecke

Dagegen erreichten die Männer auf der gleichen Distanz in 38, 75 Sekunden als Schnellste der beiden Vorläufe das Finale und auch beide 4x400-m-Staffeln jeweils als Vorlaufzweite.

Auf der Strecke blieb auch ein früherer Weltstar. Merlene Ottey scheiterte mit Sloweniens 4x100-m-Quartett als Vorlaufsiebter in 44,30. Mit 50 Jahren ist die gebürtige Jamaikanerin die älteste EM-Teilnehmerin aller Zeiten. Sie hatte ihren Ü50-Weltrekord über 100 m als nationale Vizemeisterin dieses Jahr auf 11,67 verbessert. Die zweimalige 200-m-Weltmeisterin gewann in ihrer Karriere 29 Medaillen bei Olympia (9), WM (14) und Hallen-WM (6).

Oeser wahrte Chance auf Bronze

Jennifer Oeser wahrte mit einer dritten persönlichen Bestleistung von 6,68 m im Weitsprung die Bronzechance. Nach fünf Disziplinen war sie Dritte hinter der britischen Weltmeisterin Jessica Ennis (5065) und Olympiasiegerin Natalja Dobrynska (Ukraine/4997). Maren Schwerdtner aus Hannover war Sechste (4600), Claudia Rath aus Frankfurt/Main Achte (4567).

Die Litauerin Zivile Balciunaite wurde als Marathonsiegerin Nachfolgerin von Ulrike Maisch. Ebenso wie die lange verletzte und nun schwangere Rostockerin waren keine deutschen Läuferinnen und auch keine europäischen Stars am Start. Silber gewann die Russin Naila Julamanowa in 2:32:15, Bronze in 2:32:48 die Italienerin Anna Incerti. (sid)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3329787/create

Umfrage

Jürgen Klopp und Michael Zorc bleiben bis 2016 beim BVB. Eine gute Entscheidung?

 
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Schalke auf der Jagd nach dem eigenen Rekord
Schalke
Sechs Siege in Serie gelangen den Königsblauen in all den Bundesliga-Jahren erst zweimal. Gegen den FSV Mainz 05 kehren die Stammkräfte Raúl und Höwedes zurück. Auch Christian Fuchs meldete sich nach einer Magen-Darm-Erkrankung rechtzeitig zurück.
Video
Mainz kommt nicht zum Feiern nach Schalke
Schalke
Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens will die Heimaufgabe gegen den FSV Mainz 05 hochkonzentriert angehen. Christian Fuchs wieder im Training dabei. Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel ist gewillt, Zugang Mohamed Zidan direkt im Sturm einzusetzen.
Video