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Torsten Frings freut sich, nicht erkannt zu werden

02.01.2013 | 20:12 Uhr
Torsten Frings freut sich, nicht erkannt zu werden
So kennt man ihn: Thorsten Frings im Zweikampf.

Essen.   Seit zwei Jahren spielt Torsten Frings in der nordamerikanischen Profiliga MLS. Im Interview spricht der Ex-Nationalspieler über sein Leben in Toronto, seine Zukunft, die Fitness, das Niveau der MLS, Interviews unter der Dusche und Flüge in der Linienmaschine.

Wenn in der Bundesliga ab Mitte Januar wieder der Ball rollt, beginnt für Torsten Frings die Saisonvorbereitung. Sein drittes Jahr beim Toronto FC in der nordamerikanischen Profiliga Major League Soccer (MLS) wird für den 36-jährigen früheren BVB-Profi auch das letzte seiner Karriere sein.

Herr Frings, Sie waren Deutscher Meister mit den Bayern und kanadischer Meister mit dem Toronto FC. Wurde in Toronto ähnlich gefeiert wie mit der Schale auf dem Rathaus-Balkon des Marienplatzes?

Torsten Frings: (lacht) Nee. Es gibt einen kleinen Pokal und wir sind abends ein Bier trinken gegangen. Das war’s dann auch. Das ist nicht vergleichbar mit der Meisterschaft in der Bundesliga. Fußball interessiert hier keinen. Die Leute schauen Eishockey und Basketball. Der Titel ist aber wichtig.

Warum?

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Torsten Frings strebt Karriere als Trainer an

Der ehemalige Bremer Mittelfeldspieler Torsten Frings will nach seiner aktiven Karriere Trainer werden. Die Ausbildung möchte er am liebsten bei seinem langjährigen Verein Werder Bremen absolvieren.

Torsten Frings: Du qualifizierst dich so für die amerikanische Champions League. Du vertrittst Kanada und spielst gegen Klubs aus Costa Rica oder Mexiko. Das macht richtig Spaß. Das kannst du wiederum nicht mit Europa vergleichen. Da wir mit nur vier Klubs die kanadische Meisterschaft ausspielen, ist unsere Chance ganz gut. Toronto war zuletzt vier Mal hintereinander Meister. Da es in der MLS nicht ganz so gut lief, passte das mit der Champions League ganz gut .

Wie schätzen Sie das Spiel-Niveau der MLS ein? Früher wurde über die Operettenliga gelästert.

Torsten Frings: Toronto würde im Mittelfeld der 2. Bundesliga spielen, vielleicht ein bisschen weiter unten. Los Angeles Galaxy, der Beckham-Klub, der zuletzt zweimal MLS-Meister war, hat das Niveau von Greuther Fürth, würde aber nicht absteigen. Da klafft schon eine Riesenlücke. Aber die Strukturen werden immer professioneller.

Sie haben bei WM und EM gespielt, waren auf Ihrer Position Weltklasse. War der Liga-Wechsel für Sie eine große Umstellung?

Torsten Frings: Ich bin anderes gewohnt, sicher. Die Qualität ist nicht so hoch wie in Europa. Aber du lernst, damit umzugehen und versuchst, den Mitspielern zu helfen. Beim Verhalten bei Eckbällen, bei Einwürfen usw. In den Teams sind oft junge Spieler, die direkt von der Uni oder dem College kommen. In Deutschland haben wir ja eine ganz andere Ausbildung. Sie sind allerdings alle körperlich extrem gut ausgebildet und fit. Darauf legen die Amerikaner viel Wert.

Sie sind 36 Jahre alt. Reicht es da noch?

Torsten Frings: (lacht) Ich habe in Europa gespielt. Da ist die Qualität einfach deutlich höher. Du musst natürlich eine vernünftige Fitness haben. Auf technischen Fußball wird hier nicht so viel Wert gelegt. Laufen können sie alle. Nur die Übersicht fehlt. Aber auch das wird besser.

Sie sind schnell Kapitän bei Toronto geworden.

Torsten Frings: Ich wurde gefragt und bin ja hier so ein bisschen ein Vorzeigetyp. Ich mache es gerne. Wir sind ein eingeschworener Haufen. Jeder macht mit jedem was, das ist anders als in der Bundesliga. Hier ist man schnell befreundet, weil es keinen Neid gibt, da fast alle dasselbe verdienen. Das liegt am Salary Cap (Anm. d. Red.: Gehaltsobergrenze), die die Liga den Klubs verordnet. Es gibt Spieler, die verdienen nur 40 000 Dollar im Jahr. Dafür spielt in Deutschland niemand. Aber für junge Spieler ist die Liga ein Sprungbrett.

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