Tony Martin und ein Tour-Drama, das nicht alle berührt

Tony Martin hält sich nach seinem Sturz den Arm. Der Träger des Gelben Trikots muss aus der Tour aussteigen.
Tony Martin hält sich nach seinem Sturz den Arm. Der Träger des Gelben Trikots muss aus der Tour aussteigen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der deutsche Radprofi Tony Martin ist bei der Tour de France im Gelben Trikot des Führenden gestürzt und musste ins Ziel geschoben werden. Vor Jahren hätte sein Schicksal noch mehr Menschen berührt. Ein Kommentar

Mehr Höhen und Tiefen, als Tony Martin in den ersten Tagen dieser Tour de France erlebt hat, kann kein Sportler durchleiden.

Beim Zeitfahren zum Auftakt verpasste der Radprofi aus Cottbus den Sieg um fünf Sekunden. Dann durchkreuzte ein Massensturz seine Pläne, schließlich gewann er doch noch seine Tour-Etappe, fuhr damit ins Gelbe Trikot, stürzte am Donnerstag in diesem Gelben Trikot und musste mit Verdacht auf Schlüsselbein-Bruch auf dem Rad sitzend ins Ziel geschoben werden.

Der Sport schreibt oft die dramatischsten Geschichten

Einem Drehbuch-Regisseur würde der Film-Produzent spätestens an dieser Stelle sagen: Das glaubt uns niemand, runter vom Gas.

"Bis zum Etappensieg war es eine Achterbahn der Gefühle. Der heutige Tag setzt dem Ganzen die Krone auf."
(Radprofi Tony Martin) Tour de France

Aber der Sport schreibt oft die dramatischsten Geschichten. Vor Jahren hätte Tony Martin damit allerdings viel mehr Aufmerksamkeit erhalten als heute. Die Lügen-Gebilde rund ums Doping von gefallenen Rad-Helden wie Jan Ullrich und Lance Armstrong haben die Sportart in Verruf gebracht.

Eine schnelle Erholung ist unmöglich, denn die Fallhöhe war zu groß. Tony Martin wird damit leben müssen, dass sein Tour-Drama längst nicht mehr jeden berührt.