Tief im Westen

Seite an Seite haben sich Schalker und Dortmunder in den vergangenen Jahren nach Europa bewegt. Schalke war drei Jahre in Folge Teil der Geldvermehrungsmaschine Champions League, Dortmund gar vier Jahre, gekrönt mit dem Finale von 2013 in London.

Und nun? Ist Schwarz-Gelb auf Augenhöhe mit Paderborn. Fast jedenfalls. Es erstaunt schon, wie sehr sich die tabellarischen Lebenswelten dieser beiden Klubs so annähern konnten: Mit dem Gesamt-Etat in Ostwestfalen könnte man gerade mal zwei, drei Top-Spieler des BVB bezahlen.

Am kommenden Wochenende muss der BVB sogar aufpassen, nicht von den Paderbornern zurück in den Abstiegssumpf gezogen zu werden.

Sechs Spieltage vor Schluss.

Von Paderborn!

Absurd. Eigentlich.

Wie in Schalke. Dort ist nun auch der Rest Rosarot aus der königsblauen Welt entwichen. Die Champions League wird verpasst, die Europa League soll nun gesichert werden. Allerdings: Die Art und Weise wie Schalke derzeit auftritt gibt nun nicht gerade Anlass zu größer Zuversicht.

Aus den westfälischen Schwergewichten - erwachsen aus eigener Kraft in schwierigem wirtschaftlichem Umfeld - sind in dieser Saison Problemfälle geworden. Sie eint, dass sie unverschämt viel Geld ausgeben für derzeit unverschämte Leistungen ihrer Profis.

Doch wer nach den Gründen fahndet, der stößt auf die Unterschiede. Schalkes ewige Großmannssucht führte in der jüngeren Vergangenheit zu einem Verlust an Geduld: Trainer kamen, Trainer gingen. Konstanz auf der Bank? Keine. Zuletzt wurde der blasse Jens Keller durch Roberto Di Matteo ersetzt. Sein Lebenslauf liest sich beeindruckend, seine bisherige Punkteausbeute nicht.

An Konstanz mangelt es in Dortmund nicht. Jürgen Klopp kam 2008 - und wurde in den vergangenen Jahren zu König Klopp.

Unantastbar.

Doch die laufende Saison fördert zu Tage, dass König Klopp ein Teil seines Hofstaats abhanden gekommen ist. In sieben Jahren entwickeln sich Gewohnheiten und Routinen. So etwas kann Halt geben und Entwicklungen befördern. Das hat es ganz sicher. Doch mittlerweile ist der Punkt erreicht, an dem sich der BVB fragen muss, wie er in Zukunft der Abnutzungserscheinungen dieser sieben Jahre Rechnung tragen will.