Sturm verliert und erwägt Karriereende

Frankfurt..  Der Frust über den verpassten WM-Titel saß so tief, dass Felix Sturm sein Karriereende erwog. „Es kann mein letzter Kampf gewesen sein“, sagte der Profiboxer nach der Punktniederlage Samstagnacht gegen den Russen Fedor Tschudinow. Eigentlich hatte der 36 Jahre alte Kölner in der Frankfurter Festhalle seinen fünften WM-Titel ergattern und damit einen Rekord im deutschen Berufsboxen aufstellen wollen. Doch Weltmeister des Verbandes WBA im Supermittelgewicht ist nun der neun Jahre jüngere Russe.

„Ich werde überlegen, was das Beste für mich und meine Familie ist. Ich möchte nicht das Auf und Ab in meiner Karriere“, erklärte Sturm. Derzeit geht es nur bergab: In seinen drei jüngsten Kämpfen gab es zwei Pleiten und ein Unentschieden.

Zu verbissen und verkrampft

Der Deutsche mit bosnischen Wurzeln hatte keine Linie gegen den gleichmäßig wie ein Uhrwerk schlagenden Gegner gefunden. Sturm fehlten Lockerheit und Leichtigkeit. „Ich war verkrampft“, stellte er hinterher fest. Am Ende sah nur ein Punktrichter Sturm mit 116:112, als realistischer galten die beiden anderen Urteile (118:110 und 116:112) für den Russen Tschudinow.