Statt einer Schweigeminute gibt es Applaus

Wolfsburg..  Für den VfL Wolfsburg ist es gleich in doppelter Hinsicht das schwierigste Match des Jahres. Gegen Rekordjäger Bayern München im Spitzenspiel zum Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga wird der Tabellenzweite mit vielen Emotionen an den tragischen Unfalltod von Junior Malanda erinnert. „Ich hoffe, dass wir dem auch gerecht werden können“, sagte VfL-Coach Dieter Hecking angesichts der Brisanz vor dem Schlagerspiel am Freitag (20.30 Uhr/ARD und Sky) gegen den schier übermächtigen Spitzenreiter. Hecking versuchte dies in Motivation umzuwandeln: „Junior würde sich freuen, wenn wir die Bayern schlagen.“

Mit elf Punkten Vorsprung auf Wolfsburg steht Spitzenreiter FC Bayern aber vor einem frühen Meilenstein auf dem Weg zum 25. Titel. „Es hängt von uns ab. Wir wissen, wie wichtig die ersten zwei Spiele der Rückrunde sind. Wenn wir in der Lage sind, diese zu gewinnen, dann können wir einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung machen“, sagte Bayern-Coach Pep Guardiola (Bild). Der Tabellenführer muss auf Franck Ribéry (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Rafinha ((Außenbandverletzung im Sprunggelenk) verzichten.

Angesichts des Unfalltodes von Malanda am 10. Januar wollen die Wolfsburger den psychologischen Druck auf die VfL-Profis nicht zu groß werden lassen. Bewusst wird auf eine Schweigeminute im herkömmlichen Sinne verzichtet. „Wir haben mit den Fans ausführlich gesprochen. Gemeinsam ist man dann zur Entscheidung gekommen, nicht eine Minute ruhig zu sein. Es soll an den Stil der Trauerfeier in Belgien angeknüpft werden: Es wird eine Minute geklatscht“, sagte VfL-Sportchef Klaus Allofs.

Dennoch erwartet auch Bayern-Keeper Manuel Neuer angesichts von Trauerflor und einer emotionalen Choreographie der Wolfsburger Fans „eine komische Stimmung im Stadion“. Eine Stimmung, die den VfL auch lähmen könnte.