Stäbler kämpft nach Bronze mit den Gefühlen

Baku..  Die ersten Europaspiele in Baku bieten Wettkämpfe voller Kon­traste: In einigen Sportarten treten nur Nachwuchsleute an, in anderen geht es um Olympia-Tickets. Aber auch das Bild auf den Tribünen ist nicht einheitlich. Beim aserbaidschanischen Nationalsport Ringen, dem geliebten Karate oder auch im Turnen bietet sich bei den Heimteams eine stimmungsvolle Kulisse – am Rande zum Fanatischen. Athleten des verhassten Nachbarn Armenien werden niedergebuht. Sportarten wie Triathlon oder Mountainbike, die in der Südkaukasusrepublik nicht verankert sind, erleben aber leere Tribünen. Wir geben einen Überblick der wichtigsten Wettkämpfe des Wochenendes.

Ringen

Stolz betrachtete Frank Stäbler in seinem „historischen Moment“ die besondere Medaille. Auch wenn die fünf Ringe auf der Rückseite der Bronzeplakette keinen Triumph bei Olympia, sondern lediglich die fünf Kontinentalverbände symbolisieren, kam der Ringer nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. „Ich bin erleichtert, glücklich, meine Gefühle habe ich gar nicht so richtig im Griff“, sagte der 25-Jährige nach seinem dritten Platz. Als erster deutscher Athlet sicherte sich Stäbler damit Edelmetall bei dem Multi-Sportevent. Teamkollege Ramsin Azizsir sicherte sich ebenfalls Bronze.

Tischtennis

Deutschlands Damen spielen um die Goldmedaille im Team-Wettbewerb. Mit souveränen Siegen gegen Russland (3:0) und Tschechien (3:0) qualifizierte sich die Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp am Sonntag für das Endspiel am Montag (9.30 Uhr) gegen die Niederlande oder die Ukraine. Ohne den erkrankten Boll gelang den Tischtennis-Herren im Gegensatz zum Damen-Team nicht erhoffte Sprung ins Endspiel. Nach dem Ausfall des Rekord-Europameisters verlor die Mannschaft trotz eines Kraftakts das Halbfinale im Team-Wettbewerb mit 2:3 gegen Frankreich.

Karate

Karateka Jonathan Horne hat die erste deutsche Goldmedaille bei den Premieren-Europaspielen nur knapp verpasst. Der 26 Jahre alte Kaiserslauterer unterlag am Sonntag im Finale des Gewichtslimits über 84 Kilogramm dem Türken Enes Erkan nur knapp mit 1:2.

Kunstturnen

Fabian Hambüchen hat die Finals am Boden und an den Ringen erreicht. Im Mehrkampf rangiert der 27 Jahre alte Ex-Reck-Weltmeister nach den ersten drei Geräten mit 42,966 Punkten auf Platz sechs.

Das deutsche Männer-Team konnte zunächst die Medaillenerwartungen nicht erfüllen und rangiert bei Halbzeit nur auf Platz acht (83,831), da sich Hambüchens Teamgefährten Andreas Toba und Sebastian Krimmer Patzer am Boden sowie am Pferd leisteten. Weit besser präsentierten sich die deutschen Turnerinnen, die nach zwei Geräten hinter Russland (60,165 Punkte) mit 58,066 Zählern Platz zwei in der Zwischenwertung einnehmen. Hervorragend turnten Sophie Scheder und Elisabeth Seitz (je 15,000) am Stufenbarren. Da aber nur eine Turnerin pro Nation das Gerätefinale erreicht, gaben die besseren Haltungsnoten für die Chemnitzerin Sophie Scheder den Ausschlag für den Einzug in den Medaillenkampf der besten Sechs. Im Mehrkampf liegen die beiden Deutschen mit jeweils 29,033 Punkten auf dem geteilten vierten Platz.

Volleyball

Bei ihrem Auftakt mussten die deutschen Volleyballerinnen gegen Bulgarien im vierten Satz gleich drei Matchbälle abwehren. Am Ende reichte es für den Vize-Europameister nach einem harten Kampf allerdings noch zu einem 3:2 (25:22, 24:26, 10:25, 28:26, 15:10)-Erfolg. „Es war ein durchwachsenes Spiel, aber da wir gewonnen haben, ist es ein echt schönes Gefühl“, sagte Anja Brandt.