Springreiter Tebbel startet für die Ukraine

Emsbüren/Herlake..  Dieses verlockende Angebot konnte Springreiter René Tebbel nicht ausschlagen. Der dreimalige deutsche Meister hat endgültig die Seiten gewechselt und startet nun für die Ukraine. Oder besser gesagt für den Multimillionär Alexander Onischenko, zu dessen eigenwilligem Projekt inzwischen drei deutsche Springreiter gehören, die bereits den nationalen Titel gewannen – Katharina Offel, Ulrich Kirchhoff und jetzt auch Tebbel.

„Er hat mich schon häufiger gefragt“, erklärte Tebbel am Freitag. Schließlich willigte der 45-Jährige ein, der schon seit Herbst 2013 als Nationaltrainer der Ukraine arbeitet.

„Ich bleibe ja Deutscher“

„Ich bleibe ja Deutscher“, sagte Tebbel. Für den Wechsel bei der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) musste er allerdings einen ukrainischen Pass vorlegen. Viel mehr als das Dokument und ein paar Reisen verbindet Tebbel nicht mit dem Staat, unter dessen Flagge er Mitte Januar in den Vereinigten Arabischen Emiraten erstmals reiten will. „Das Land kenne ich nicht“, sagte er.

„In erster Linie bin ich Trainer“, betonte Tebbel, „ich werde höchstens ein, zwei Pferde bei den Turnieren reiten, nicht mehr fünf oder sechs wie früher.“ Der Profi aus dem niedersächsischen Emsbüren reitet seit einem schweren Sturz vor vier Jahren weniger und vorsichtiger.

Das war auch der Grund, warum der deutsche Verband den Nationalitätenwechsel nicht blockierte. „Er hat schon länger nicht mehr für Deutschland geritten“, sagte Bundestrainer Otto Becker, der 1990 gemeinsam mit Tebbel Vize-Weltmeister wurde.