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Sportstudio-Moderator Valérien gestorben

13.10.2012 | 10:45 Uhr

Harry Valérien, der Mitbegründer des Aktuellen Sportstudios, ist tot. Der beliebte Fernsehmoderator starb am Freitagabend im Alter von 88 Jahren an Herzversagen.

Mainz (SID) - Harry Valérien, der Mitbegründer des Aktuellen Sportstudios im ZDF und einer der renommiertesten deutschen Sportjournalisten, ist tot. Der beliebte Fernsehmoderator starb am Freitagabend im Alter von 88 Jahren an Herzversagen. Dies teilte das ZDF mit. Nach Aussagen seines Schwiedersohnes Stefan Glowacz sei Valérien nach einem Treffen mit ehemaligen Kollegen und Skirennläufern auf der Rückfahrt von Oberbayern zu seinem Wohnort am Starnberger See friedlich eingeschlafen. Valérien habe als Mitfahrer zusammen mit seiner norwegischen Frau Randi und Bekannten in dem Wagen gesessen.

1946 begann Harry Valérien in München ein Studium an der neu eröffneten Deutschen Journalistenschule. 1947 fing er als Volontär beim Münchner Merkur an. Zwei Jahre später wechselte er als Reporter zum Bayerischen Rundfunk. Damit begann sein steiler Aufstieg. Als gerade 28-Jähriger wurde er 1952 als Rundfunkreporter zu den Olympischen Winterspielen nach Oslo geschickt.

Später arbeitete er als Fernsehreporter beim ZDF, bei Sat.1 und Premiere, wo er sich als Spezialist für Skisport, Schwimmen und Golf profilierte. Das Aktuelle Sportstudio moderierte er von 1963 bis 1988 283-mal. Valérien bestach vor allem durch sein Fachwissen.

Von den Fernsehzuschauern wurde er für seine Ausgewogenheit zwischen kritischer Distanz und Fairness sowie für seine emotionalen Moderationen und seinen Wortwitz geschätzt. 2002 wurde ihm der Bayerische Sportpreis in der Kategorie "Herausragende Präsentation des Sports" verliehen. Auch erhielt er mehrmals den Bambi und die Goldene Kamera.

Valérien liebte es, an vorderster Front zu arbeiten, den Kontakt zu den Sportlern zu behalten. Als er 1983 ZDF-Sportchef werden sollte, lehnte er ab mit den Worten: "Ich bleibe lieber Reporter, das sagt mir mehr zu als jede Verwaltung."

Harry Valérien hatte privat einige Rückschläge zu verkraften. Im Alter von 14 Jahren starb seine Mutter bei einem Autounfall, ein Jahr später erlag sein Vater einem Herzleiden. Valérien wuchs mit seinen drei Geschwistern beim Großvater auf. 1942 wurde er zum Kriegsdienst bei den Gebirgsjägern einberufen und geriet 1945 in US-amerikanische Gefangenschaft. Mit seiner Frau Randi, mit der er seit 1960 verheiratet war, hatte er zwei Kinder, Tanja und Laila. Die jüngere Laila starb 2007.

sid

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