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Tour de France

Tony Martin gewinnt Einzelzeitfahren bei Tour de France

10.07.2013 | 17:49 Uhr
Rasante Fahrt vor malerischer Kulisse: Tony Martin war im Einzelzeitfahren der schnellste aller Fahrer.Foto: afp

Mont Saint-Michel.  Trotz seiner Sturzverletzungen hat Weltmeister Tony Martin sein großes Ziel bei der Tour de France erreicht: einen Etappensieg im Einzelzeitfahren. Er war 12 Sekunden schneller als der Gesamtführende der Tour, der Brite Christopher Froome. Es ist bereits der vierte deutsche Etappensieg.

Der Weltmeister hat das erste Einzelzeitfahren der 100. Tour de France zur großen Tony-Martin-Show umgestaltet. Der Kapitän der belgischen Mannschaft Omega Pharma-Quick Step fuhr bis auf Tour-Spitzenreiter Christopher Froome (Großbritannien) die Konkurrenz auf den 33 Kilometern von Avranches zum Kloster Mont Saint-Michel in Grund und Boden und feierte nach 2011 seinen zweiten Etappensieg. Martin gewann am Mittwoch auf der für ihn wohl maßgeschneiderten Strecke durch die Normandie in 36:29 Minuten und war damit zwölf Sekunden schneller als der zweitplatzierte Froome, der dem Deutschen noch bedrohlich nah kam.

"Dieser Sieg hat mir und dem Team sehr gut getan", sagte der 28-Jährige nach seiner rasenden Fahrt vorbei an hunderttausenden Fans. "Turbo-Tony" fuhr auf dem Parcours mit drei kleineren Steigungen ein Mittel von 54,271 Stundenkilometern und setzte die "deutschen Tage" der zweiten Tour-Woche nach den Etappensiegen von Marcel Kittel (2) und André Greipel (1) fort. Vier deutsche Etappensiege bei der Tour hatte es zuletzt 2001 (Erik Zabel/3, Jens Voigt/1) gegeben.

Sturzverletzungen am ganzen Körper

Martin hatte seine "einzige hundertprozentige Chance auf ein Tour-Highlight" beim Schopf gepackt. Seine quasi am ganzen Körper sichtbaren Sturzverletzungen, die er sich beim Tour-Autakt in Bastia zugezogen hatte, behinderten ihn auf der elften Etappe nur noch wenig. "Das ist abgehakt - heute hat für mich die Tour zum zweiten Mal begonnen", erklärte Martin, der sich nach dem Passieren der Ziellinie total erschöpft erst einmal auf den Asphalt legen musste.

Der Topfavorit, der in dieser Saison noch kein Zeitfahren verlor, musste schon um 12.36 Uhr auf die Strecke. Froome, den Martin von vornherein zum Hauptkonkurrenten im Kampf um den Tagessieg bezeichnet hatte, war als letzter Fahrer um 16.54 Uhr gestartet und hatte die Zeit von Martin als Referenz immer vor Augen.

Froome baut Vorsprung im Gesamtklassement aus

Aber auch der Brite, der zwischenzeitlich sogar in Führung lag, fand am Ende bei starkem Wind kein Mittel gegen den Wahl-Schweizer. Für Froome war aber wichtiger, seinen Vorsprung im Gesamtklassement auszubauen. Das gelang ihm. Er nahm dem zweitplatzierten Alejandro Valverde exakt zwei Minuten ab. Der zweifache Toursieger Alberto Contador verlor gar 2:03 Minuten auf Froome. Der Sky-Kapitän geht jetzt mit 3:25 Minuten Vorsprung zu Valverde auf die zwölfte Etappe über 218 km von Fougères nach Tours, die am Donnerstag wieder ein gefundenes Fressen für die Sprinter sein dürfte.

Le Tour de France 2013

Kittel und Greipel stehen bereit, um die Erfolgsgeschichte aus deutscher Sicht bei dieser ganz besonderen Tour weiterzuschreiben. Die Geschlagenen von Saint Malo, Mark Cavendish und Greipel, werden mit Wut im Bauch an den Start gehen. Besonders der britische Ex-Weltmeister, der am Mittwoch beim Zeitfahren Opfer eines unappetitlichen Zwischenfalls geworden war. Ein Zuschauer hatte ihn mit Urin bespritzt. (dpa)



Kommentare
11.07.2013
21:18
Tony Martin gewinnt Einzelzeitfahren bei Tour de France
von Mannomanno | #2

Endlich mal ein guter TdF Bericht in der WAZ, doch zu früh gefreut. Im letzten Absatz wird wieder die übliche Doping-Verdächtigung formuliert. Konkrete Hinweise oder sogar Beweise braucht man nicht mehr. Allein die Tatsache, dass man sportlich erfolgreich ist, reicht. Der Verdacht (oder die Diffamierung) fahren immer mit.

10.07.2013
18:20
Tony Martin gewinnt Einzelzeitfahren bei Tour de France
von bumbumboris | #1

Trotz der seit Jahren andauernden Hexenjagd in den deutschen Medien nun schon der vierte deutsche Etappensieg am 11. Tag. Respekt!

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