Kommentar

Taktiker Bach wird längst seine Verbündeten gesammelt haben

Thomas Bach ist aus dem Schatten des Zögerns herausgetreten und hat öffentlich seine Kandidatur verkündet. Foto: dpa
Thomas Bach ist aus dem Schatten des Zögerns herausgetreten und hat öffentlich seine Kandidatur verkündet. Foto: dpa
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Thomas Bach aus Tauberbischofsheim wird im September um das Amt des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees kandidieren. Sollte die Sportwelt ihn wählen, warten auf ihn gewaltige Aufgaben. Ein Kommentar.

Essen.. Als der Belgier Jacques Rogge im Jahr 2001 als Nachfolger von Juan Antonio Samaranch Präsident des Internationalen Olympischen Komitees wurde, war es, als hätte jemand auf der Jahreshauptversammlung der Zigarrenraucher ein Fenster geöffnet und für frischen Wind gesorgt.

Nach zwölf Jahren kann Rogge nun auf der IOC-Session im kommenden September in Buenos Aires nicht mehr wiedergewählt werden, also bringen sich die möglichen Nachfolger in Position. Dabei hat Thomas Bach seinen Hut als Erster in den Ring geworfen und die Konkurrenz unter Zugzwang gesetzt. Alle anderen Funktionäre, die ebenfalls kandidieren wollen, wirken gegen Bach nun wie Herausforderer. Der Fecht-Olympia-Sieger von 1976 war schon immer ein glänzender Taktiker, und daher wird er hinter den Kulissen längst seine Verbündeten gesammelt haben. Ein Mann wie Bach geht nur in die Offensive, wenn er vom Sieg überzeugt ist.

Kampf gegen Doping und Manipulation

Sollte die Sportwelt ihn tatsächlich wählen, warten auf ihn gewaltige Aufgaben wie der Kampf gegen Doping und Manipulation. Rogge hat diesen Kampf vorangetrieben. Bleibt zu hoffen, dass sein Nachfolger diese Politik fortführt und das geöffnete Fenster nach der Wahl nicht wieder ins Schloss donnert.