So aufregend wird die Tour de France 2017

Für Tony Martin wird es gleich zum Tourauftakt um alles oder nichts gehen. Der Zeitfahr-Weltmeister will in Düsseldorf gewinnen.
Für Tony Martin wird es gleich zum Tourauftakt um alles oder nichts gehen. Der Zeitfahr-Weltmeister will in Düsseldorf gewinnen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach 30 Jahren startet die Frankreich-Rundfahrt 2017 wieder in Deutschland. Alle Infos über Fahrer, Etappen und die deutschen Chancen im Überblick.

Essen.. Ein Auftakt in Deutschland, knackige Steigungen, etliche Flachetappen. Dieses und vieles mehr ist die Tour de France 2017. Ein Überblick.

Was erwartet uns?

Tourchef Christian Prudhomme fasste es bei der großen Präsentation am Dienstag in Paris so zusammen: „3516 Kilometer, 21 Etappen, vier Länder.“ Durch Deutschland, Belgien und Luxemburg werden die Radfahrer ziehen, bevor sie Frankreich erreichen und hier den größten Teil der Zeit verbringen. Auffällig: 2016 lag der Schwerpunkt im Westen Frankreichs, bei der nächsten Ausgabe ist ein großer Ostblock vorgesehen. Tour de France

Gab es schon mal Abstecher nach Deutschland?

Immer wieder hat es den Tross über die Grenze verschlagen. Zuletzt 2005 mit Stationen in Karlsruhe und Pforzheim. Gestartet ist die Rundfahrt bislang drei Mal in Deutschland: 1965 in Köln, 1980 in Frankfurt und 1987 in Berlin. 30 Jahre später findet der Auftakt, der Grand Départ, in Düsseldorf statt.

Was ist neu?

Kleinere und größere Überraschungen für die Zuschauer. In Düsseldorf wird es eine viertägige Radsport-Party geben, unter anderem mit einem Konzert der Elektro-Pioniere von „Kraftwerk“ und mit einer Aktion des Foto-Künstlers Andreas Gursky. Zum Finale in Paris am 23. Juli rasen die Fahrer im Zentrum durch ein majestätisches Bauwerk, durch das Grand Palais, so etwas wie die imposanteste Mehrzweckhalle der Welt.

Was fehlt?

Auf berühmte Anstiege wie Mont Ventoux und Alpe d’Huez verzichteten die Veranstalter. Insgesamt dürfte die Strecke weniger berglastig sein als zuletzt, obwohl erstmals seit 25 Jahren alle fünf großen Bergregionen Frankreichs angesteuert werden, also Vogesen, Jura, Pyrenäen, Zentralmassiv und Alpen. Knackige Anstiege sind also schon zu erwarten.

Welches sind die Königsetappen?

Es gibt drei Bergankünfte, eine weniger als im Vorjahr. Bereits auf der fünften Etappe von Vittel nach La Planche des Belles Filles wird es auf dem Anstieg zum Ziel zum ersten Kräftemessen der Favoriten kommen, obwohl der Gipfel nur 1035 Meter hoch ist. Schwieriger wird es in den Pyrenäen auf der 12. Etappe von Pau nach Peyragudes. Die schwerste Aufgabe ist die 18. Etappe von Briançon zum 2360 Meter hoch gelegenem Ziel auf dem Col de l’Izoard.Radsport

Wie viele Zeitfahren gibt es?

Nur zwei und die sind relativ kurz. Zum Auftakt geht es 13 Kilometer lang durch Düsseldorf. Am vorletzten Tag steht das 23 Kilometer lange Zeitfahren in Marseille auf dem Programm. Dies ist sicherlich auch eine Königsetappe, denn auf diesem Kurs haben die Protagonisten die letzte Chance, ihren Platz auf dem Podium zu sichern.

Wie stehen die Chancen der deutschen Fahrer?

Kein Deutscher hat das Zeug, um einen Platz unter den besten Drei im Gesamtklassement erreichen zu können. Dennoch können sie bei der 104. Auflage der schwersten Rad-Rundfahrt der Welt für Aufsehen sorgen. In Düsseldorf könnte Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin ins erste Gelbe Trikot schlüpfen, und auf den neun potenziellen Sprint-Ankünften sind Andre Greipel, Marcel Kittel und John Degenkolb für Etappensiege gut.Tour de France

Wer sind die Favoriten?

Der britische Titelverteidiger Chris Froome und der Kolumbianer Nairo Quintana, 2016 Dritter, haben die besten Chancen. Der Franzose Romain Bardet (25 Jahre) und der Brite Adam Yates (24) werden ihnen aber das Siegen schwer machen.

Was macht das Thema Doping?

Obwohl es zuletzt viel weniger Skandale gab, fährt grundsätzlich der Verdacht mit.