Ski-Freestyler Preuss hat einen weiten Weg nach Pyeongchang

Die Hügel, die ihm die Welt bedeuten: Florian Preusssteht am Start der Freestyle-Piste am Stubaier Gletscher in Innsbruck. Sein Ziel: Olympia. Foto:Pally Learmond
Die Hügel, die ihm die Welt bedeuten: Florian Preusssteht am Start der Freestyle-Piste am Stubaier Gletscher in Innsbruck. Sein Ziel: Olympia. Foto:Pally Learmond
Was wir bereits wissen
Ski-Freestyler Florian Preuss aus Sprockhövel hat es bisher nicht zu den ganz großen Wettbewerben seines Sports geschafft. Das soll sich ändern.
  • Florian Preuss startet in den USA in die Weltcup-Saison.
  • Der Ski-Freestyler aus Sprockhövel hat Olympia 2018 zum Ziel.
  • Am 12. Februar nimmt er in Boston an einem „Big Air“ teil.

Hagen.. Schon allein der Kollege, der mitfährt und die Kamera hält, möchte man nicht sein, wenn Florian Preuss seine waghalsigen Sprünge vollführt. Sieht herrlich spektakulär aus, aber auch wahnsinnig gefährlich. Dafür muss man eben gemacht sein. „A Road“, ein Weg, heißt das neue Video des 23-jährigen Ski-Freestylers, zwei weitere werden im Laufe der Saison noch folgen. Der Weg soll nach Südkorea führen, das große Ziel sind die olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang.

WM-Ticket in Reichweite

Es ist ein weiter Weg, und es gibt Zwischenstationen. Eine ist die WM im Februar des kommenden Jahres in der Sierra Nevada, für die Florian Preuss die Qualifikation so gut wie in der Tasche hat. Wenn nichts mehr schief geht. Das heißt, wenn er sein aktuelles Ranking halten kann. Dazu kann er schon an diesem Freitag beitragen, zur Saisoneröffnung beim Weltcup in Mammoth, Kalifornien. In den USA wird Preuss die kommenden sechs Wochen weilen.

Skirennfahren Den letzten Tag, bevor er in den Flieger Richtung Staaten stieg, hat er mit seinem Onkel in Ehrwald verbracht. Natürlich auf Skiern. Geht es nach Preuss, soll der katastrophale Handyempfang in dem österreichischen Skiort am Fuße der Zugspitze das einzig Schlechte sein, das ihm in nächster Zeit begegnet. Er ist körperlich fit, hat sein Repertoire an Techniken und Sprüngen noch einmal erweitert. „Ich fühle mich richtig gut“, sagt er. Amerika kann also kommen. Und damit auch die unglaublich starke US-Konkurrenz, die bei den Olympischen Spielen in Sotschi vor zwei Jahren Bronze, Silber und Gold ­abräumte.

Um im Sprachbild des „Weges“ zu bleiben, den Florian Preuss eingeschlagen hat: Die Abzweigungen zu den ganz großen Wettbewerben hatte er zuletzt jeweils verpasst. Zur Teilnahme an der WM im Vorjahr in Kreischberg fehlten ihm mickrige 2,5 Punkte – ein Wimpernschlag im Freestyle-Zirkus. In seiner Premierensaison scheiterte er beim Weltcup in Gstaad auf dem Weg ins Finale und ließ damit die ultimative Chance auf ein Ticket nach Sotschi liegen. „Das war aber auch von vornherein zum Scheitern verurteilt“, sagt Preuss rückblickend, „ich war erst zur Hälfte der zweijährigen Olympia-Quali-Phase eingestiegen.“

In diesem Jahr soll alles besser werden, schon im August in Neuseeland kann Preuss dem Fernziel Südkorea einen ersten kleinen Schritt entgegengehen. Sofern er dort gut abschneidet. Dazu soll auch die dreiwöchige, reine Trainingsphase dienen, in die Preuss und seine Entourage aus Trainer, Physiotherapeut und Kollegen nach dem Weltcup am Wochenende in Mammoth eintauchen.

Big Air in Boston

„Die Fun Parks () sind hier wesentlich größer, die Trainingsmöglichkeiten einfach besser“, sagt der junge Mann aus Sprockhövel. Das Ruhrgebiet ist nun mal nicht Kalifornien, und die Skihalle in Bottrop nicht das Baseball-Stadion der Boston Red Sox. Dort nämlich findet am 12. Februar ein „Big Air“ statt, eine Freestyle-Veranstaltung, bei der Preuss im Wortsinn hoch hinaus will. Mehrere Meter hoch springen die Athleten. Knapp 38 000 Menschen fasst der Fenway Park zu Boston. Da wäre es ja nicht verkehrt, vor ausverkauftem Haus an den Start zu gehen. „Die Amerikaner kriegen das schon hin“, glaubt Preuss.

Vielleicht kriegt er es selbst ja auch hin. All das zu erreichen, was er sich vorgenommen hat bis 2018. Fest steht: Florian Preuss ist mehr denn je bereit, seinen Weg zu gehen.