Rebensburg holt erste DSV-Medaille bei der WM - Silber im Riesenslalom

Viktoria Rebensburg attackierte im zweiten Lauf des Riesenslaloms und holte sich damit das erste DSV-Silber in Vail.
Viktoria Rebensburg attackierte im zweiten Lauf des Riesenslaloms und holte sich damit das erste DSV-Silber in Vail.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Mit einem fantastischen zweiten Lauf hat sich Viktoria Rebensburg im Riesenslalom den zweiten Platz hinter der Österreicherin Anna Fenninger erkämpft.

Beaver Creek.. In der Box der Führenden musste Viktoria Rebensburg lange zittern - am Ende jubelte sie mit hochgerissenen Armen über Silber. Die Olympiasiegerin von 2010 nutzte in den Rocky Mountains ihre letzte Chance und holte im Riesenslalom am Donnerstag die erste WM-Medaille ihrer Karriere. Zudem war es die erste Plakette für den Deutschen Skiverband bei den bislang eher enttäuschend verlaufenen alpinen Titelkämpfen in Vail und Beaver Creek. Schneller als die 25-Jährige aus Kreuth war in Beaver Creek nur Anna Fenninger aus Österreich. Bronze ging an Jessica Lindell-Vikarby aus Schweden.

"Ich habe gewusst, dass ich gut drauf bin. Ich habe Vollgas gegeben, jetzt genieße ich das", sagte Rebensburg nach ihrem Coup. Als Elfte des ersten Durchgangs ging sie ins Finale und kam dort mit klarer Bestzeit ins Ziel. Zehn weitere Fahrerinnen warteten aber noch am Start, Rebensburg verfolgte die Konkurrentinnen erst cool mit Sonnenbrille und einem Energydrink in der Hand. "Sekt oder Selters", kündigte sie an. Als Lindell-Vikarby langsammer war, hatte sie Bronze sicher - und wenig später sogar Silber.

Platz elf nach dem ersten Lauf

Nach 2007 in Åre, 2009 in Val d'Isère, 2011 in Garmisch-Partenkirchen und 2013 in Schladming gab es in Vail und Beaver Creek die ersehnte WM-Medaille. Schon nach dem ersten Lauf hatte Rebensburg dank eines neuen Skis eine klare Verbesserung ausgemacht. "Natürlich ist es nicht so leicht, mit einem neuen Setup zu fahren. Ich habe noch nicht gewusst, wo mein Limit ist", kommentierte sie als Halbzeit-Elfte. Die 25-Jährige kündigte an, im zweiten Durchgang noch mal "voll zu attackieren". Das gelang - am Ende gratulierte sie Fenninger als erste.

Die US-Skistars dagegen blieben vor heimischem Publikum erneut hinter den eigenen Erwartungen. Lindsey Vonn konnte ihre schwache WM-Bilanz im Riesentorlauf wie erwartet nicht mehr aufpolieren. Die 30-Jährige, die sich in dieser Weltcup-Saison bisher ausschließlich auf die Speeddisziplinen konzentriert hatte, fuhr weit hinterher und beendete das Rennen in ihrer Heimat auf Platz 14. Schon zur Halbzeit war Vonn vor den Augen ihres Freundes Tiger Woods lediglich 27. gewesen, worauf sie im Zielraum mit einem heftigen Kopfschütteln reagierte. Die Bilanz US-Wintersportikone ihrer Heim-WM: Bronze im Super-G.

Shiffrin wird nur Neunte

Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin, die im WM-Winter bereits in Sölden einen Riesentorlauf gewonnen hatte, spielte im Kampf um die vorderen Plätze überraschenderweise ebenfalls keine Rolle. Zumindest konnte sich die 19-Jährige nach Rang 13 in Lauf eins im zweiten Durchgang noch etwas noch vorn schieben und wurde schließlich Neunte. "Ich fühle den Druck", gestand sie schon zur Halbzeit angesichts der hohen Ziele, die der US-Verband vor den Titelkämpfen ausgegeben hatte. Eigentlich wollten die Amerikaner stärkste WM-Nation werden - eine Mission, die bereits jetzt gescheitert ist.

Die Österreicherin Fenninger schien ihrer Konkurrenz schon nach dem ersten Lauf enteilt. 1,10 Sekunden betrug ihr Vorsprung auf einen Nicht-Medaillenrang; Rebensburg lag schon 1,70 Sekunden zurück. Die großen Zeitunterschiede hätten sie überrascht, sagte die 25-Jährige. "Ich habe mir gedacht: Ich muss Gas geben", bilanzierte Fenninger und meinte süffisant: "Ich wusste ja nicht, was die anderen machen."