Radsport

Radprofi entzieht sich der Doping-Kontrolle und schadet seinem Sport

Auf und davon: US-Radprofi Christopher Hormer.
Auf und davon: US-Radprofi Christopher Hormer.
Foto: REUTERS

US-Radprofi Christopher Horner, Sieger der Spanien-Rundfahrt, verschwindet nach dem Rennen ohne Doping-Kontrolle. Für die Fahnder ist er nach einem nächtlichen Hotelwechsel unauffindbar. Eine Posse, die der Glaubwürdigkeit des Radsports einmal mehr gefährdet. Ein Kommentar von Ralf Birkhan.

Essen.. Man liest die Nachricht, doch man glaubt sie kaum. Der US-Radprofi Christopher Horner war nach seinem Gesamtsieg bei der Spanien-Rundfahrt für die Dopingfahnder nicht auffindbar und kann zu dem Possenspiel um einen nächtlichen Hotelwechsel auch nichts sagen. Grund: Er ist frühmorgens aus seinem neuen Hotel gekommen, ins Flugzeug geklettert und endgültig verschwunden.

Der Team-Sprecher tischt die Geschichte vom armen Profi auf, der nur bei seiner Frau übernachten wollte. Hat Horner kein Handy? Geht’s noch? Für wie dumm hält die Branche die Zuschauer eigentlich?

Horner fährt für Rennstall von Dopingsünder Armstrong

Zur Erinnerung: Erstens ist Radsport die Sportart, in der in den vergangenen Jahrzehnten konsequent gedopt wurde. Zweitens ist Horners Rennstall RadioShack das Team, das Lance Armstrong gegründet hat. Drittens ist Armstrong ein Landsmann von Horner und ein überführter Doping-Sünder, der seine Titel gerade erst zurück geben musste.

Und nun gewinnt Horner, der 41 Jahre alt ist und damit wohl nicht mehr naiv sein kann, die Spanien-Rundfahrt und verschwindet einfach so? Er und seine Kollegen sollten aufpassen, dass nicht bald der ganze Radsport verschwindet.

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