Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Skispringen

Martin Schmitt fährt mit Sieg im Gepäck zur Vierschanzentournee

28.12.2012 | 16:11 Uhr
Martin Schmitt fährt mit Sieg im Gepäck zur Vierschanzentournee
Mit einem überraschenden Sieg und neuem Selbstbewusstsein im Gepäck tritt Skisprung-Oldie Martin Schmitt die Last-Minute-Reise zu seiner 17. Vierschanzentournee an. Foto: Imago

Engelberg.  Auf den letzten Drücker und nach fast einem Jahr Pause gelang die ersehnte Rückkehr in das deutsche Weltcup-Team: Mit einem überraschenden Sieg und neuem Selbstbewusstsein im Gepäck tritt Skisprung-Oldie Martin Schmitt die Last-Minute-Reise zu seiner 17. Vierschanzentournee an.

Mit einem überraschenden Sieg und neuem Selbstbewusstsein im Gepäck tritt Skisprung-Oldie Martin Schmitt die Last-Minute-Reise zu seiner 17. Vierschanzentournee an. "Ich freue mich über diesen Erfolg und auf die Tournee. Es war gut, noch einmal Wettkampfpraxis zu sammeln", sagte der 34-Jährige nach seinem unerwarteten Erfolg im zweitklassigen Continental-Cup in Engelberg/Schweiz. Auf den letzten Drücker und nach fast einem Jahr Pause gelang dem Oldie somit die ersehnte Rückkehr in das deutsche Weltcup-Team.

Schmitt sprang auf der Titlisschanze in der Schweiz auf starke 135,0 und 133,5 Meter . Damit erreichte der Team-Olympiasieger von 2002 in beiden Durchgängen die Bestweite und gewann mit 263,8 Punkten deutlich vor dem Polen Stefan Hula (253,5). "Martin hat sich diesem sportlichen Wettkampf bravourös gestellt. Es gibt keine Diskussion, dass er dabei ist", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Dritter wurde Felix Schoft (Partenkirchen/251,8), der wie Daniel Wenig (Berchtesgaden) zur Tournee fährt.

Auf den letzten Drücker

Für Schmitt war es ein verspätetes Weihnachtsgeschenk: Während neun deutsche Springer um Mitfavorit Severin Freund (Rastbüchl) ihr Ticket bereits vor den Feiertagen erhalten hatten, musste der viermalige Weltmeister den ungewohnten Umweg über die Schweiz gehen. Dort, beim zweitklassigen Continental Cup, überzeugte der Altmeister seinen Trainer Werner Schuster mit den Rängen sechs und eins. "Er hat sich bei extremem Regenwetter gut geschlagen und den Eindruck aus dem letzten Trainingslehrgang bestätigt", sagte Schuster.

Noch am Freitag stieg Schmitt ins Auto, um die vierstündige Fahrt nach Oberstdorf anzutreten, wo 24 Stunden später schon die Qualifikation für das Auftaktspringen wartete. Für den Team-Olympiasieger endet damit ein schwarzes Jahr, das am 1. Januar mit seiner Ausbootung bei der Tournee begonnen hatte. Anschließend bereitete sein Knie immer wieder Probleme, der Schwarzwälder wurde operiert, verlor den Anschluss und musste tatenlos zusehen, wie Freund, Andreas Wellinger und Co. von Erfolg zu Erfolg flogen. Schmitt stieg in die 2. Liga des Skispringens ab, absolvierte die Ochsentour ohne Murren und wurde nun mit dem Tournee-Ticket belohnt.

Ausreichend Erfahrung bei dem ersten Saisonhöhepunkt

Über ausreichend Erfahrung bei dem ersten Saisonhöhepunkt des Winters verfügt der Dauerbrenner aus Furtwangen, die vier Schanzen kennt er wie seine Westentasche. Noch an Neujahr 2011 sprang er in Garmisch-Partenkirchen auf Platz sieben, was bis heute sein letztes Top-10-Ergebnis im Weltcup ist. 1998, 1999 und 2000 gewann er beim Auftakt in Oberstdorf. Zum Gesamtsieg reichte es aber nie: Platz drei in den Jahren 1999/2000 und 2000/2001 war das Maximum.

Bei seiner 17. Teilnahme wäre es dennoch überraschend, wenn Schmitt überhaupt bis zum Ende dabei wäre. Denn in Innsbruck (4.1.) und Bischofshofen (6.1.) dürfen nur noch sieben statt zwölf deutsche Adler an den Start gehen. Wie es danach weitergeht, ist offen. "Wenn ich die Tournee nicht zu Ende fahren kann und ich sehe, dass ich weit weg von der Spitze bin, muss ich mir Gedanken machen", hatte Schmitt zuletzt gesagt.

Bis dahin aber kann Schmitt, dessen letzter Weltcup-Sieg vom 1. März 2002 datiert, im jungen deutschen Team noch andere Rollen übernehmen. "Martin hat eine hohe soziale Funktion. Mit seiner Offenheit und Trainingsintensität lebt er den jungen Athleten etwas vor", erklärte Schuster. (sid)



Kommentare
Aus dem Ressort
Tennis-Herren treffen im Davis Cup wieder auf Frankreich
Davis Cup
Von Losglück möchte bei den deutschen Tennis-Herren niemand sprechen: Zum Auftakt der neuen Spielzeit begegnet das Davis-Cup-Team erneut den Franzosen. Beim jüngsten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften ging Frankreich als Sieger hervor. Die Deutschen hoffen jetzt auf eine Revanche.
"Unglaublich" - Volleyballer dicht vor historischer Medaille
Volleyball-WM
Den deutschen Volleyballern fehlten nach dem sensationellen Einzug ins WM-Halbfinale fast die Worte. Erst einmal holte die Nationalmannschaft eine Medaille bei einer WM - das ist allerdings schon 44 Jahre her. Nun hat die Generation um Georg Grozer endlich wieder Edelmetall vor Augen.
Hüsken geht mit Rockets als Europameister ins Liga-Finale
Skaterhockey
Benedikt Hüsken von den SHC Wohnbau Rockets ist Europameister im Inline-Skaterhockey. Im Finale des kontinentalen Kräftemessens in Kaarst setzte sich der Angreifer mit der deutschen Nationalmannschaft mit 7:6 nach Verlängerung gegen Dänemark durch.
ARD erwägt Live-Berichterstattung bei Tour de France ab 2015
Radsport
Wegen zahlreicher Dopingskandale im Radsport zogen sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender 2012 aus der Live-Übertragung der Tour de France zurück. Nun erwägt die ARD einen Wiedereinstieg - noch in diesem Jahr könnte eine Entscheidung fallen.
Jasmin Schornberg will ins Finale der Kanu-WM paddeln
Kanu-Slalom
Den Gesamt-Weltcup beendete sie auf Rang vier, ebenso wie die Europameisterschaften. Am Freitag beginnt für Jasmin Schornberg, Slalom-Kanutin aus Lippstadt, die Weltmeisterschaft in Deep Creek/USA. Ihr Ziel ist klar: Das Finale - und dort würde sie am liebsten eine Medaille abgreifen.
Umfrage
1:1 beim FC Chelsea: Welche Bedeutung hat dieses Ergebnis für den FC Schalke 04?

1:1 beim FC Chelsea: Welche Bedeutung hat dieses Ergebnis für den FC Schalke 04?

 
Fotos und Videos
Harte Typen und ganz viel Schlamm
Bildgalerie
Braveheart-Battle
Krav Maga in Essen
Bildgalerie
Krav Maga
Olympia und seine Gesichter
Bildgalerie
Sotschi 2014
Sotschi feiert seine Olympischen Spiele
Bildgalerie
Eröffnungsfeier