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Magdalena Neuner schwebt beim Biathlon auf Schalke über allen

30.12.2012 | 14:59 Uhr
Magdalena Neuner schwebt beim Biathlon auf Schalke über allen
Ein großer Abschied: Biathletin Magdalena Neuner beendete in der Schalker Arena ihre Karriere.Foto: Bernd Lauter/WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.   Magdalena Neuner, die erst 25-jährige Königin des Biathlons, dankt in der Schalker Arena mit einem großen Fest ab - und wird von den 50.000 Zuschauern minutenlang gefeiert. Ihr letzter Auftritt zeigt noch einmal, was dem deutschen Biathlon in Zukunft fehlen wird.

Die Bilder hatten symbolischen Charakter. Erst seilte sich Magdalena Neuner wie James Bond zu den Klängen von Adeles Hit „Skyfall“ vom Dach der Schalker Arena ab. Und am Ende trugen ihre Freundinnen und ehemaligen Teamkolleginnen Sabrina Buchholz und Kathrin Lang die zwölfmalige Weltmeisterin auf den Schultern. Magdalena Neuner schwebt über allen. Das zeigte sich auch, als sich 50 000 Zuschauer nach ihrem letzten Auftritt zu Ehren der Königin des Biathlons von ihren Sitzen erhoben. Minutenlang klatschte die Fan-Gemeinde, eine La-Ola-Welle jagte die andere: Nie zuvor ist eine Biathletin in Deutschland so populär gewesen wie diese gerade einmal 25-jährige Frau aus dem bayerischen Wallgau.

„Es ging nicht darum, Erste oder Letzte zu werden“, sagte Neuner nach ihrem zweiten Platz in ihrem Abschiedsrennen hinter der Italienerin Dorothea Wierer, „es war toll, einfach genial. Es war ein perfekter Abschluss.“ Und dann gab sie zu, dass sie sich besonders über ihre fehlerfreie Einlage im letzten Stehendschießen ihrer Karriere gefreut habe. Da sprach aus ihr die Biathletin.

Mit dem Biathlon abgeschlossen

Ein letztes Mal. Selbst 50 Millionen Euro könnten sie nicht zu einem Comeback verleiten, sagte sie kürzlich nach ihrer Wahl zur Sportlerin des Jahres 2012. Sie sei kein materialistischer Mensch. Und auch als der dreimalige Olympiasieger von 2006, Michael Greis, der ebenfalls in Gelsenkirchen seine Karriere beendete, Neuners Rückkehr in den Sport ansprach, gab es neben einem netten Lächeln ein entschiedenes Nein. „Ich habe mit dem Biathlon abgeschlossen und damit meinen Frieden gefunden“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin von 2010, „ich habe viel erreicht, das wird mir nie jemand wegnehmen können.“

Auch nicht die letzte Zugabe: In der Arena erhielt sie das „Sportehrenzeichen in Gold“, das bisher erst wenige Sportler erhalten haben.

Schritt in ein neues Leben

Niemand von ihnen war erst 25 Jahre alt. Natürlich nicht. Denn nie zuvor hat es eine solche Karriere wie die der Magdalena Neuner gegeben. Zwölf WM-Titel, zwei Olympiasieger, drei Mal Sportlerin des Jahres, und, und, und. Superlative, die sie nicht weiter toppen wollte. Und so tut sie jetzt den Schritt in ein neues Leben. Ohne Ski und ohne Gewehr.

Magdalenas Abschied

Ihr neuer Beruf? Magdalena Neuner. Ein Premium-Produkt, das auch weiterhin dank ihrer Ausstrahlung bei den Menschen ankommen und sich deshalb auch erstklassig verkaufen wird. Ohne Magdalena Neuner wird es schwieriger für den Biathlon-Sport in Deutschland. Das zeigte sich schon in Gelsenkirchen, als das Hauptrennen mit dem Sieg des russischen Duos Jekaterina Jurlowa und Anton Schipulin gegen Neuners letzten Auftritt verblasste.

Thomas Lelgemann

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