Hannes Reichelt erlöst mit Sieg die rot-weiß-rote Skination

Damit hatte noch nicht einmal Hannes Reichelt selbst gerechnet: Hannes Reichelt auf seiner Fahrt zum Sieg.
Damit hatte noch nicht einmal Hannes Reichelt selbst gerechnet: Hannes Reichelt auf seiner Fahrt zum Sieg.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Hannes Reichelt triumphiert auf der Streif und schafft den ersten Sieg eines Österreichers seit 2006. Am Abend vorher erwog er noch eine Absage. „Als Österreicher ins Ziel zu kommen und vorne zu sein, das ist ein Geschenk“, sagte Reichelt.

Kitzbühel..  Der Herr Bundeskanzler und der Herr Bundespräsident hatten die besten Plätze. In der ersten Reihe der mittleren von drei Haupttribünen. Walter Faymann und Heinz Fischer sind ja auch die wichtigsten Menschen in Österreich. Außerhalb der Alpenrepublik kennen die beiden aber nicht so viele Leute. Weshalb sich das Interesse der Fotografen auf die Tribüne links daneben konzentrierte.

Dort saß Arnold Schwarzenegger, Österreichs berühmtester Export nach der Mozartkugel, mit seiner neuen, jungen Freundin. Später wurde dann darauf geachtet, wie der Austro-Amerikaner reagiert. Schwarzenegger klatschte brav, als Bode Miller aus den USA die Führung bei der Hahnenkammabfahrt übernahm und mit etwas mehr Begeisterung bei Hannes Reichelt.

Mit Reichelt rechnete nicht einmal Reichelt

Wintersport Der 33-Jährige aus Altenmarkt im Salzburger Land war als Letzter der Gruppe der weltbesten Abfahrer gestartet und bewältigte die Streif an diesem Samstag am schnellsten. Die Herren Faymann und Fischer hielt natürlich nichts mehr auf ihren Sitzen, als der Sieg des Landsmanns in Kitzbühel feststand. „Als Österreicher ins Ziel zu kommen und vorne zu sein, das ist ein Geschenk“, sagte der Sieger.

Reichelts Triumph war eine Erlösung für die rot-weiß-rote Skination. 2006 hatte es den letzten österreichischen Sieg bei der Hahnenkammabfahrt gegeben. Danach triumphierten sechs Jahre lang die Schweiz mit Didier Cuche und einmal Didier Defago. Im vergangenen Winter gewann dann der Südtiroler Dominik Paris. Und dieses Mal schien der Sieg nur über Bode Miller, den Dominator des Trainings, und Aksel-Lund Svindal, den Führenden im Abfahrts-Weltcup, zu gehen. Mit Reichelt rechnete nicht einmal Reichelt, zumindest nicht kurz vor dem Rennen.

Den Schweinehund besiegt

Noch am Abend vorher hatte er einen Verzicht erwogen wegen Rückenbeschwerden, die ihn seit längerem mal mehr, mal weniger plagen. „Ich habe den Schweinehund besiegt“, sagte Reichelt, und gleichzeitig die kleine Abfahrtskrise der Österreicher beendet. Denn nicht nur in Kitzbühel hatte es lange keinen Triumph mehr gegeben, sondern das ganze Jahr 2013 war keiner aus dem großen Speedteam ganz oben auf dem Podium gestanden.