Fall Pechstein: Opfer-Täter-Frage muss jetzt geklärt werden

Doperin oder nicht? Der Fall Claudia Pachstein wird neu untersucht. Und das ist gut so.
Doperin oder nicht? Der Fall Claudia Pachstein wird neu untersucht. Und das ist gut so.
Foto: dpa
Leidet die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein an einer seltenen Blutkrankheit oder hat sie ihre Konkurrentinnen durch Doping betrogen? Ihr Fall wird neu untersucht. Das ist gut so. Ein Kommentar.

Essen.. Ist Claudia Pechstein Opfer oder Täter? Leidet die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin an einer seltenen Blutkrankheit oder hat sie ihre Konkurrentinnen durch Doping betrogen? Diese Frage ist nicht eindeutig beantwortet, obwohl die 42-Jährige wegen Dopings gesperrt gewesen ist.

Der Fall Pechstein ist hoch kompliziert. Die Eisschnellläuferin ist nämlich nie überführt worden. Ihre unzähligen Urinproben waren immer sauber. Als erste Sportlerin ist sie 2009 aufgrund eines indirekten Beweises gesperrt worden, aufgrund eines erhöhten Blutwertes, der darauf hindeutet, dass sie gedopt habe.

Aber so eindeutig, wie es zu Beginn des Verfahrens aussah, liegt der Fall längst nicht mehr. Ein Mediziner diagnostizierte bei Claudia Pechstein eine seltene Blutanomalie, die sie von ihrem Vater geerbt habe. Ihre Einsprüche sind abgelehnt worden, doch eine endgültige Klärung steht aus.

Claudia Pechstein hat mit ihrer aggressiven Art dazu beigetragen, dass ihre Befürworter in der Minderheit waren. Sie war nie eine Sympathieträgerin, aber sie hat ein Recht auf die Wahrheit. Und deshalb ist es höchste Zeit, dass Experten ihren Fall neu aufrollen und nach wissenschaftlichen Kriterien die Opfer-Täter-Frage beantworten.

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