Die Tour de France ist auch eine Tour auf Bewährung

Es geht wieder los: Am Samstag ist in Utrecht der Auftakt zur diesjährigen Tour de France mit einem Zeitfahren.
Es geht wieder los: Am Samstag ist in Utrecht der Auftakt zur diesjährigen Tour de France mit einem Zeitfahren.
Foto: imago/Belga
Was wir bereits wissen
Die Tour de France startet am Samstag und versucht, die Doping-Vergangenheit abzuschütteln. Glauben muss man dabei nicht alles. Ein Kommentar.

Essen.. Zehn deutsche Radprofis werden am Samstag in Utrecht beim Auftakt-Zeitfahren der 102. Tour de France auf die Startrampe gehen. Tony Martin könnte sich danach das erste Gelbe Trikot überstreifen. Der mehrmalige Zeitfahr-Weltmeister ist nicht der einzige aussichtsreiche Deutsche unter den 198 Teilnehmern. Nicht zuletzt durch die Erfolge von Martin, Marcel Kittel, Andre Greipel oder John Degenkolb steht der Radsport in Deutschland wieder vermehrt im Blickpunkt.

Tour de France Das Interesse der Öffentlichkeit wird sich ab Samstag noch erheblich verstärken, denn erstmals seit drei Jahren sendet die ARD wieder live. Der TV-Vertrag gilt erst einmal für zwei Jahre und ist so etwas wie ein Kontrakt auf Bewährung. Die neue Generation der deutschen Radprofis weist immer darauf hin, dass sie die Betrügereien ihre des Dopings überführten Vorgänger verurteilen und eine neue Chance verdient haben. Bisher gibt es keine Hinweise auf Manipulationen, aber das war auch bei der Generation um Jan Ullrich lange so. Der Radsport war immer verseucht und steht auch heute unter Verdacht. Es war kein gutes Signal, das kasachische Team trotz fünf positiver Tests im Jahr 2014 bei der Tour starten zu lassen.

Positive Anzeichen beim Weltverband

Immerhin gibt es Anzeichen, dass der Weltverband aus den Fehlern gelernt hat. Statt die Manipulationen der Stars wie früher zu vertuschen, gibt es ein fortschrittliches Testprogramm, von dem andere Sportarten lernen können. Aber auch die ARD sollte unter Beobachtung stehen. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben früher nicht nur über die Radprofis unkritisch berichtet, sondern sich auch als Werbelokomotiven einspannen lassen. Die Tour übt eine Faszination wie kaum ein anderes Sportevent aus, die Augen der Medien und der Fans sollten jedoch offen bleiben.