Deutsche Tennis-Damen im Fed-Cup-Halbfinale kurz vor dem Aus

Sabine Lisicki unterlag der Russin Anastasia Pawljutschenkowa.
Sabine Lisicki unterlag der Russin Anastasia Pawljutschenkowa.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach Sabine Lisickis Niederlage gegen Anastasia Pawljutschenkowa , liegen die deutschen Tennis-Damen im Fed-Cup-Halbfinale 0:2 gegen Russland zurück.

Sotschi.. Sabine Lisicki kämpfte schon beim Seitenwechsel mit den Tränen und stürmte nach ihrer bitteren Fed-Cup-Pleite sofort in die Kabine. Nach einem vergebenen Matchball verlor die ehemalige Wimbledon-Finalistin am Samstag 6:4, 6:7 (4:7), 3:6 gegen Anastasia Pawljutschenkowa und verpasste beim Halbfinale in Russland den fest eingeplanten Ausgleich.

So liegen die deutschen Tennis-Damen nach dem ersten Tag nun mit 0:2 zurück und dürften kaum noch Chancen auf den Einzug in das Endspiel am 14. und 15. November haben. Dabei galt die Auswahl von Bundestrainerin Barbara Rittner nach den Absagen von Maria Scharapowa und Jekaterina Makarowa auf dem Sandplatz in der Adler-Arena von Sotschi als favorisiert.Tennis

Das deutsche Team muss nun zwei Einzel und ein Doppel gewinnen

"Ich muss das Ganze jetzt erst ein bisschen verdauen", sagte Rittner wenige Minuten nach Lisickis Niederlage bei Sat.1 Gold. "Sabine war nach dem 0:1-Rückstand unheimlich nervös und konnte sich nicht freispielen." Zum Auftakt unterlag Julia Görges der zweimaligen Grand-Slam-Turniersiegerin Swetlana Kusnezowa mit 4:6, 4:6.

Die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes muss jetzt am Sonntag (ab 12.00 Uhr MESZ/live bei Sat.1 Gold und www.tennis.de) beide Einzel und das abschließende Doppel gewinnen, um doch noch wie im Vorjahr das Finale zu erreichen.

Noch nie wurde ein 0:2-Rückstand beim Fed Cup eingeholt

Allerdings macht nicht nur die Statistik wenig Mut: Noch nie hat eine deutsche Fed-Cup-Auswahl seit Einführung des Best-of-Five-Formats vor 20 Jahren einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Zudem konnten sich weder Lisicki noch Görges nachhaltig für einen weiteren Einsatz empfehlen.

Davis Cup Mit ihrer riskanten Entscheidung, die müden und Jetlag-geplagten Spitzenspielerinnen Andrea Petkovic und Angelique Kerber zu schonen, lag Rittner daneben - und nahm die Verantwortung auch auf sich. "Ich würde es wieder so machen. Für mich war es die einzige Lösung. Ich war mir relativ sicher, dass Sabine gewinnen würde. Am Ende ist es ganz allein meine Schuld, ich stelle das Team auf", sagte sie.

Petkovic- oder Kerber-Einsatz noch immer ungewiss

Ob am Sonntag nun Petkovic und Kerber zum Einsatz kommen oder nur eine der beiden, ließ die Teamchefin zunächst offen. "Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen und auch mit den Mädels reden und dann eine Entscheidung treffen", kündigte Rittner an.

Mit dem Druck des Rückstandes konnte Lisicki nicht umgehen. Die Wimbledon-Finalistin von 2013 präsentierte sich trotz ihrer zuletzt wieder ansteigenden Formkurve am Ende völlig desolat und ging im dritten Satz regelrecht unter. In einem zerfahrenen Duell auf niedrigem Niveau unterliefen ihr 63 unerzwungene Fehler. Nach 2:29 Stunden verwandelte Pawljutschenkowa ihren dritten Matchball.Tennis

Görges war gegen Kusnezowa chancenlos

Beim Stand von 6:5 im zweiten Satz hatte Lisicki ihrerseits einen Matchball vergeben und verschwand nach dem im Tiebreak verlorenen Durchgang erst einmal mit Rittner und ihrem persönlichen Trainer Christopher Kas in der Kabine. Doch anstatt mental frisch zurückzukommen und die alles andere als überragend aufspielende Weltranglisten-38. unter Druck zu setzen, flatterten ihr die Nerven.

Die überraschend für das Einzel nominierte Görges hatte sich gegen Kusnezowa zwar tapfer gewehrt, war insgesamt aber auch chancenlos. (dpa)