Deutsche Rodler wieder unschlagbar - "Einfach nur geil"

Rodler Felix Loch (Mitte) sicherte sich am Königssee seinen 21. Weltcup-Sieg.
Rodler Felix Loch (Mitte) sicherte sich am Königssee seinen 21. Weltcup-Sieg.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die deutschen Rodel-Asse sind beim Weltcup am Königssee der Konkurrenz wieder auf und davon gefahren. Felix Loch und Natalie Geisenberger brillierten.

Königssee.. Knapp elf Monate nach den triumphalen Winterspielen von Sotschi sind die deutschen Rodel-Olympiasieger der Konkurrenz erstmals wieder geschlossen enteilt. Beim Heim-Weltcup am Königssee waren Felix Loch, Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt am Wochenende nicht zu bezwingen und sorgten trotz ungemütlichen Regen- und Schneetreibens für ausgelassene Jubelfeiern.

"Was Geileres gibt's eigentlich nicht!", sagte die in dieser Saison quasi unschlagbare Geisenberger. Danach machte Trainingskumpel Loch das bayerische Triple am Sonntag mit einem klaren Sieg perfekt und führte anschließend auch die Staffel zum standesgemäßen Erfolg. "Wir wollten hier ein klares Zeichen setzen, und das ist gelungen", bemerkte Bundestrainer Norbert Loch nach sieben von zehn möglichen Podestplätzen. "Mir ist nicht bange", kokettierte er lächelnd.

21. Weltcup-Sieg für Felix Loch

Nach einem durchwachsenden Dezember zeigte sein Sohn Felix keine Schwächen und verwies den Teamkollegen Andi Langenhan und Chris Mazdzer aus den USA auf die Plätze. Siebeneineinhalb Zehntelsekunden lag der viermalige Weltmeister vor Langenhan - im Rodeln eine Ewigkeit. "Da hat alles gepasst", fand Loch. "Den ersten Lauf kann man nicht besser fahren, so eine Fahrt ist mir hier schon lange nicht mehr gelungen. Hier vor den ganzen Fans so zu gewinnen, das ist einfach nur geil."

Dann ließ er sich von Anhängern, Freunden und Familie feiern, für Freundin Lisa gab es ein Küsschen - nur Hund Johnnie musste daheim bleiben. "Für ihn wäre es hier einfach zu viel gewesen", erklärte Loch mit einem Grinsen. Doch auch ohne seinen Golden Retriever fand er zurück in die Spur und zum 21. Weltcup-Sieg. Die schwierigen Bahnbedingungen ließen Loch unbeeindruckt, auch weil er in der Vorwoche bei ähnlichem Wetter trainieren konnte. "Wir wussten genau, auf was wir uns einstellen mussten", erklärte der 25-Jährige.

Geisenberger distanziert ihre Rivalinnen deutlich

Im Gesamtklassement führt Loch nach den kleinen Rückschlägen zuletzt komfortabel mit 97 Punkten Vorsprung auf Dominik Fischnaller aus Südtirol und dem deutschen Meister Langenhan. Diesem gelang am Fuße des Watzmann das beste Weltcup-Ergebnis der Saison. "Das Podest ist für mich super, da brauche ich mich nicht zu beschweren", meinte er.

Grund zur Klage hat auch Geisenberger nicht, die ihre Rivalinnen in dieser Saison einmal mehr klar distanzierte. "Das ist für mich das zweite Highlight in diesem Jahr neben der WM", sagte die 26-Jährige freudestrahlend, als sie am Samstag im Zielauslauf gefeiert wurde. Alex Gough aus Kanada und die junge deutsche Rodlerin Dajana Eitberger landeten auf den Rängen zwei und drei. "Ich weiß momentan einfach, dass es läuft", sagte Geisenberger. Bundestrainer Loch mit seiner Enkelin auf dem Arm waren die ersten Gratulanten, ein kleiner Fan bekam von Geisenberger die Startnummer als Souvenir.

Wintersport Wendl/Arlt bei nächstem Weltcup Außenseiter

Im sechsten Einzelrennen dieses Winters feierte Geisenberger ihren fünften Sieg und steht damit bereits bei 28 Einzelerfolgen im Weltcup. In der Gesamtwertung baute sie ihren Vorsprung auf Tatjana Hüfner auf 180 Punkte aus. Die Olympiasiegerin von 2010 landete in Königssee, wo sie immerhin in ihrer Karriere schon viermal gewonnen hatte, nur auf Rang fünf. "Ich weiß nicht, woran es gelegen hat", meinte Hüfner. "Das muss ich bis Oberhof analysieren." Auf ihrer Thüringer Heimbahn steigt in zwei Wochen der nächste Weltcup.

Dort sind Wendl/Arlt wieder Außenseiter gegen die Weltcupführenden Toni Eggert/Sascha Benecken - mit ihrem Erfolg am Samstag rückten die Olympiasieger im Gesamtklassement weiter an die Rivalen heran. "Wir sind auf dem richtigen Weg", fand Arlt, erinnerte aber, dass Eggert und Benecken wegen eines Fehlers in Lauf zwei den Sieg herschenkten. "Wenn sie gerade runtergefahren wären, wäre es eng geworden." (dpa)