Armstrongs Titel werden nicht neu vergeben - Ullrich geht leer aus
12.10.2012 | 19:24 Uhr 2012-10-12T19:24:50+0200
Paris. Der über seine Doping-Vergangenheit gestürzte US-Radstar Lance Armstrong soll für den Fall seiner Absetzung als siebenmaliger Tour-de-France-Sieger keine Nachfolger bekommen. Das teilten die Tour-Organisatoren am Freitag mit. Auch Jan Ullrich ist betroffen.
Die Tour de France wird für die Jahre 1999 bis 2005 keinen offiziellen Gewinner haben, wenn Lance Armstrong die Siege vom Radsport-Weltverband UCI wegen Dopings aberkannt werden sollten. Das gab Tour-Direktor Christian Prudhomme am Freitag in Paris bekannt. Der Abschlussbericht der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA vom Mittwoch, der Armstrong und das US-Postal-Team stark belastet sowie zahlreiche Doping-Geständnisse zur Folge gehabt hatte, würde zu einer Überführung ausreichen und gleichzeitig "ein System und eine Ära" infrage stellen, sagte Prudehomme der Nachrichtenagentur AP.
Die Beweislast ist erdrückend - und deshalb bleibt im Fall Lance Armstrong eigentlich keine Frage mehr offen. Doch wieso ist Armstrong bei keiner einzigen Doping-Kontrolle im Laufe seines Jahrzehnts in der Weltspitze aufgeflogen? Ein Kommentar.
Die Entscheidung, Armstrongs sieben Titel nicht neu zu vergeben, würde nicht nur ein großes Loch in den Rekordbüchern der Tour de France hinterlassen. Die Organisatoren würden damit auch neue Wege gehen. Zuletzt wurden die Titel nach den Doping-Skandalen um die Gewinner Alberto Contador aus Spanien (2010) und Floyd Landis aus den USA (2006) noch den Zweitplatzierten zugesprochen. So wurde der Luxemburger Andy Schleck zum Tour-Sieger 2010 erkoren, Oscar Pereiro aus Spanien steht für das Jahr 2006 in den Siegerlisten.
Ullrich wurde in den betroffenen Jahren dreimal Zweiter
Betroffen wäre von Prudhommes Plan auch Deutschlands einstiger Rad-Held Jan Ullrich. Der 38-Jährige, der erst Anfang dieses Jahres für seine Verstrickung in der "Operacion Puerto" gesperrt wurde, hatte in den Jahren 2000, 2001 und 2003 jeweils den zweiten Platz hinter Armstrong belegt und kann nun ebenso wenig wie die weiteren Zweitplatzierten auf einen nachträglichen Sieg hoffen. Ullrich hatte das bedeutendste Radrennen der Welt 1997 als bislang einziger Deutscher gewonnen.
Eine Entscheidung über eine Aberkennung von Armstrongs sieben Tour-Titeln ist derweil noch nicht gefallen. Es sei noch zu früh, um abzusehen, was passieren werde, sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani: "Wir werden bis zur Frist am 31. Oktober eine Entscheidung treffen." Solange hat die UCI Zeit, um auf den Bericht der USADA zu antworten. (dapd)
22:41
Der Radsport als Sportart ist nicht ernstzunehmen. Offensichtlich gibt es keine Spitzenradsportler, die nicht irgendwie gedopt sind oder es waren, ob nun mit Hundebluthämoglobin oder sonstwomit. Dass der Radsport und damit die Tour de France als Sportart ausgedient hat, ist das Verschulden der grossen Radsportverbände, die diese Zustände hingenommen haben, um des schnöden Geldes wegen.
Jeder, der heute den Radsport "geniesst", darf wissen, dass es sich hierbei nicht um eine Sportart im eigentlichen Sinne handelt, sondern es sich um eine sportartige Showveranstaltung handelt, ähnlich dem Schlammcatchen oder den Kirmesboxen in Crange. Es war eine richtige Entscheidung der öffentlich-rechtlichen Sender, diesen unseriösen Zirkus nicht länger mit Rundfunkgebührengeldern mitzufinanzieren.
Der Radsport ist bis auf unabsehbare Zeit tot.
22:21
Da schreibt man im Artikel nebenan, dass Ullrichs langjähriger Teambetreuer Rudy Pevenage nichts Besseres zu tun hatte, als das "System Armstrong" mit aller Macht für seine Schützlinge zu kopieren, und nennt einen Ullrich hier "einstiger Rad-Held", der von der Regelung "betroffen" sei und auf einen nachträglichen "Sieg" gehofft hatte.
Werden hier Agentur-Meldungen vor dem Vollzitat schon nicht mehr gelesen oder ist diese schizophrene Darstellung Absicht?