Armstrong tritt als Livestrong-Chairman zurück, Nike kündigt

Die Enthüllungen um Lance Armstrong haben weitreichende Folgen für den Betroffenen: Der Sportartikel-Hersteller Nike verkündete das sofortige Ende des Sponsoringvertrages.
Die Enthüllungen um Lance Armstrong haben weitreichende Folgen für den Betroffenen: Der Sportartikel-Hersteller Nike verkündete das sofortige Ende des Sponsoringvertrages.
Was wir bereits wissen
Die Doping-Enthüllungen um Lance Armstrong haben immer weitreichendere Folgen für den Betroffenen: Der Sportartikel-Hersteller Nike verkündete das sofortige Ende des Sponsoringvertrages mit Armstrong. Kurz zuvor hatte dieser seinen Rücktritt als Chairman seiner Krebsstiftung "Livestrong" bekannt gegeben. Außerdem wurde Armstrongs ehemaliger Teamkollege Matt White als Sportdirektor des australischen Radsportverbandes CA entlassen.

Köln/Canberra.. Die Doping-Enthüllungen um Lance Armstrong haben immer weitreichendere Folgen für den Betroffenen: Der Sportartikel-Hersteller Nike verkündete am Mittwoch das sofortige Ende des Sponsoringvertrages mit dem früheren Radstar.

"Aufgrund der offenbar unüberwindbaren Hinweise, dass Lance Armstrong Dopingpraktiken angewandt und Nike für mehr als ein Jahrzehnt getäuscht hat, haben wir mit großer Traurigkeit den Vertrag mit ihm aufgelöst", hieß es in einer kurzen Mitteilung des Unternehmens.

Armstrong war zuvor Chairman seiner Krebsstiftung "Livestrong" zurückgetreten

Kurz zuvor hatte dieser seinen Rücktritt als Chairman seiner Krebsstiftung "Livestrong" bekannt gegeben. "Diese Organisation und ihre Mission liegt mir sehr am Herzen", sagte Armstrong: "Um negative Auswirkungen für die Stiftung auszuschließen, die Ergebnis der Kontroversen um meine Radsportkarriere sind, trete ich zurück."

Livestrong solle sich auf seine Mission konzentrieren können und nicht von den Problemen des Gründers beeinträchtigt werden, so Armstrong. Der 41-Jährige wird weiter im 15-köpfigen Aufsichtsrat vertreten sein, seine Aufgaben als Chairman werde der bisherige Vize Jeff Garvey übernehmen.

Aberkennung von Armstrongs Bronzemedaille möglich

Derweil will das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Bezug auf Sanktionen gegen Armstrong zunächst die Entscheidung des Weltverbandes UCI abwarten. Dabei wird unter anderem eine Aberkennung von Armstrongs Bronzemedaille im Zeitfahren bei den Spielen 2000 in Sydney in Erwägung gezogen. "Die UCI muss entscheiden, ob er schon vor Sydney hätte gesperrt werden müssen", sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach: "Wenn das der Fall ist, müssen wir uns mit der Verjährungsfrist befassen."

Doping Trotz Ablauf der achtjährigen Frist könne dann die Aberkennung diskutiert werden, so Bach. Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte Armstrong wegen seiner Verwicklung in die Dopingpraktiken lebenslang gesperrt. Es wird erwartet, dass die UCI dem 41-Jährigen unter anderem seine sieben Tour-Siege aberkennt.

Ehemaliger Armstrong-Kollege nach Dopinggeständnis entlassen

Auch Matt White ist von Armstrongs Dopinggeständnis betroffen. Der frühere Radprofi ist als Sportdirektor des australischen Radsportverbandes CA entlassen worden. Der ehemalige Teamkollege von Lance Armstrong hatte am Samstag öffentlich zugegeben, in seiner Zeit beim Rennstall US Postal an den systematischen Dopingpraktiken des Teams beteiligt gewesen zu sein. Der australische Verband verkündete daraufhin am Mittwoch die Trennung von dem 38-Jährigen.

Armstrong hat gegen den Verhaltenskodex verstoßen

"Wir haben entschieden, dass nach seinen Aussagen eine weitere Beschäftigung von Matt White bei CA nicht tragbar ist. Mit seinem Verhalten hat er gegen die Anti-Doping-Gesetze und den Verhaltenskodex verstoßen. Daher ist er über die Auflösung seines Vertrags informiert worden", hieß es in einer Erklärung des Verbandes.

White war von 2001 bis 2003 als Teamkollege von Armstrong für US Postal gefahren. Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte Armstrong wegen seiner Verwicklung in die Dopingpraktiken lebenslang gesperrt. Es wird erwartet, dass der Weltverband UCI dem 41-Jährigen unter anderem seine sieben Tour-Siege aberkennt. (sid)