Wenn Fußball-Experten nur noch nerven

Geballte Kompetenz? Jens Lehmann, einer von vielen Fußball-Experten im Fernsehen.
Geballte Kompetenz? Jens Lehmann, einer von vielen Fußball-Experten im Fernsehen.
Foto: imago sportfotodienst
Keine Fußball-Übertragung im Fernsehen kommt mehr ohne sie aus: die Experten. Dabei haben sie in der Regel nicht viel zu sagen. Sondern nerven nur. Immerhin: Sie stürzen mit ihren Bewertungen niemanden ins Unglück. Was von Experten in anderen Branchen nicht behauptet werden kann. Ein Kommentar.

Essen.. Es gab zwar keinen aktuellen Anlass, aber es musste wohl mal gesagt werden. Also hat Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann jetzt prophezeit, Joachim Löw werde „2014 seinen letzten Versuch haben, einen Titel zu gewinnen“. Donnerwetter! Um darauf zu kommen, muss man wohl „Experte“ sein, also jener Spezies angehören, die im Fußball derzeit Hochkonjunktur hat. Wer als prominenter Altstar immer noch keinen Experten-Job in der Medienszene ergattert hat, muss etwas falsch gemacht haben – oder, je nach Standpunkt: alles richtig.

Kommentar Irgendwann verstand man unter einem Experten einen Sachverständigen. Im Fußball verkörperte er buchstäblich geballte Kompetenz. Spätestens jedoch seit Lothar Matthäus, Peter Neururer oder eben Jens Lehmann in diversen TV-Runden dilettieren, sind „Klugschwätzer“, „Besserwisser“ und „Worthülsenproduzent“ die passenderen Synonyme.

Nun müssen gerade Journalisten, die selbst gerne vorgeben, es besser zu wissen, vorsichtig mit solcher Kritik sein. Werden sie doch nicht ganz ohne Grund im Glashaus vermutet, sobald sie mit Steinen werfen.

Zur Ehrenrettung aller Experten sei deshalb festgehalten: Auch wenn sie zunehmend nerven, so nerven sie doch „nur“ und stürzen niemanden ins Unglück. Was sich zum Beispiel von den Experten der Finanzbranche nicht sagen lässt …