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Verhandlungen um Bundesliga-TV-Rechte werden zur "Schlacht"

21.03.2016 | 16:55 Uhr
Verhandlungen um Bundesliga-TV-Rechte werden zur "Schlacht"
Wer ab der nächsten Spielzeit die Kamera-Aufnahmen aus den Stadien ausstrahlen darf, soll bald ausgehandelt werden.Foto: dpa

Hannover.  Die DFL will in Europa die Nummer zwei bei den TV-Geldern bleiben. Sky könnte schon ab der kommenden Saison seine Monopolstellung verlieren.

Das Wettbieten um die TV-Milliarden ist offiziell eröffnet. Mit der Ankündigung der Ausschreibung hat die Fußball-Bundesliga den Milliarden-Poker am Montag mit dem ersten formal notwendigen Schritt gestartet. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky erwartet "die größte Schlacht, die man je erlebt hat", wie er die anstehenden Verhandlungen im NDR-Magazin "Zapp" genannt hat.

Rekordvertrag
Premier League verkauft TV-Rechte für 6,9 Milliarden Euro

Die Klubs der Premier League werden ab 2016 für drei Jahre noch mehr Geld für die TV-Rechte kassieren. Insgesamt fließen fast sieben Milliarden Euro.

Letzte Details der Ausschreibung sind immer noch nicht geklärt. Die Abstimmung mit dem Bundeskartellamt, die bereits seit mehreren Monaten läuft, ist noch immer nicht komplett abgeschlossen. Das bestätigten die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Behörde übereinstimmend. Da die DFL die Ausschreibung jetzt angekündigt hat, kann allerdings von einer grundsätzlichen Einigung ausgegangen werden.

"Die DFL hat ein Zusagenangebot gemacht, das wir daraufhin in den Markttest gegeben haben", sagte ein Kartellamts-Sprecher: "Wir bewerten derzeit das Angebot und die Stellungnahmen aus dem Markt. Ziel ist es, dass Verfahren möglichst bald abzuschließen." Die Liga hat es eilig und will den Rechte-Verkauf vor der EM abgeschlossen haben.

Sky könnte Monopol verlieren

Sicher ist unabhängig vom genauen Wortlaut der Ausschreibung, dass die Clubs für die Zeit von 2017/18 bis 2020/21 mehr Geld kassieren wollen als bisher. Vor allem Bayern-Boss Karl-Keinz Rummenigge hat das mehrfach und lautstark gefordert. Angefeuert wurde die Diskussion durch die TV-Verträge in England, wo die Premier League allein 2,3 Milliarden Euro pro Jahr durch nationale Medien-Rechte erhält.

DFL
Der Streit der Bundesligisten um TV-Gelder schwelt weiter

Die DFL ruft die Bundesliga-Klubs in der Debatte um TV-Rechte zur Mäßigung auf – klare Worte, aber kein Ergebnis. FC St. Pauli zieht Antrag zurück.

"Um international wettbewerbsfähig zu bleiben müssen wir beim Umsatz die Nummer zwei in Europa bleiben", lautet die Maßgabe von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Dafür sollen die Medieneinnahmen aus dem nationalen und dem internationalen Markt auf zusammen 1 bis 1,5 Milliarden Euro gesteigert werden. In der laufenden Saison kassiert die Liga national 663 und international 154 Millionen Euro. In der kommenden Spielzeit sind es 673 und 162 Millionen Euro.

Sky zahlt derzeit rund 80 Prozent der nationalen Einnahmen. Der Pay-TV-Sender ist dafür bis Mitte 2017 mit dem Live-Rechten für alle Spiele eine Art Bundesliga-Monopolist - und will dies möglichst auch bleiben. Das Kartellamt hingegen will den Wettbewerb fördern und hat mit der Liga über die Einführung einer "No Single Buyer Rule" verhandelt. Das bedeutet, dass ein einzelnes Unternehmen nicht alle Pakete kaufen darf.

Verkürzte Sportschau "kein vorstellbares Modell"

Für die Fußballfans erfreulich ist, dass es auch in den kommenden Jahren eine ausführliche Bundesliga-Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen geben und das diskutierte Modell einer halbierten "Sportschau" laut "Kicker" vom Tisch sein soll. Es bliebe demnach bei einer 90 Minuten langen Zusammenfassung am Samstag, wie sie derzeit die ARD anbiete.

TV-Rechte
Sportschau zittert - RTL könnte ARD Bundesliga-Rechte klauen

Auch künftig können Fußball-Fans wohl 90 Minuten lang Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen schauen. Die Frage lautet nur: Auf welchem Sender?

"Wir warten ab, bis wir die Ausschreibung haben", sagte ARD-Sportkoordinator Balkausky. Sein Sender sei grundsätzlich weiter an Bundesliga-Rechten interessiert, eine verkürzte "Sportschau" sei aber "kein vorstellbares Modell".

Als weiterer Interessent für eine Highlight-Sendung im Free-TV gilt vor allem der Privatsender RTL. Zuletzt hatte auch die Discovery-Tochtergesellschaft Eurosport Interesse an Bundesliga-Rechten geäußert. (dpa)

Kommentare
23.03.2016
08:26
Verhandlungen um Bundesliga-TV-Rechte werden zur "Schlacht"
von PurcheamBoden | #7

Geht das nicht alles in die falsche Richtung? "International wettbewerbsfähig bleiben? Es geht hier um Fussball! Man kann doch nicht immer mehr Geld...
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http://www.derwesten.de/sport/sport-medial/verhandlungen-um-bundesliga-tv-rechte-werden-zur-schlacht-id11671527.html
2016-03-21 16:55
Bundesliga, Sports, TV-Rechte, Premier Leauge, Fernsehen
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