Ski schlägt Fußball - Vancouver schreibt TV-Geschichte
19.02.2010 | 13:48 Uhr 2010-02-19T13:48:00+0100
Essen.Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten jubilieren angesichts der Olympia-Einschaltquoten. Die Damen-Abfahrt setzte sich am Mittwoch gegen die Fußball-Champions-League durch.
ARD und ZDF bewegen sich mit den „schärfsten Spielen aller Zeiten“ auf Champions-League-Niveau. „Das ist schon toll. Wir sind mit den Quoten wirklich sehr zufrieden. Es ist gewiss keine Selbstverständlichkeit, dass wir beispielsweise am Mittwoch mit einer Frauen-Abfahrt mehr Zuschauer hatten als die Konkurrenz mit einem Champions-League-Spiel der Bayern“, sagte Wolf-Dieter Jacobi, der als Sportchef des MDR für die ARD erstmals die Federführung bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver inne hat, dem Sport-Informations-Dienst (SID).
Den 2:1-Erfolg der Bayern gegen den AC Florenz am vergangenen Mittwoch sahen in der Spitze bis zu 7,5 Millionen Zuschauer. Das spektakuläre und von einigen Stürzen geprägte Abfahrtsrennen der Frauen bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver bescherte der ARD zeitgleich in der Spitze eine aufgrund der starken Konkurrenz hervorragende Quote von 8,92 Millionen Zusehern. „Dabei spielen natürlich auch die deutschen Erfolgsaussichten eine entscheidende Rolle“, sagte Jacobi.
Olympia-Gold zur besten Sendezeit
Sprich: Wenn Ski-Star Maria Riesch oder Gold-Mädel Magdalena Neuner auf die Piste oder in die Loipe gehen, sitzt der TV-Zuschauer in Deutschland gebannt vor seinem Fernseher - dank der Zeitverschiebung von neun Stunden oft genug sogar zur Prime Time.
So war großer Gewinner auch das ZDF, dem sowohl der Olympiasieg von Neuner im Sprint am Dienstag als auch der Sieg von Riesch in der Super-Kombination am Donnerstag traumhafte Wintersport-Quoten bescherte. Beim Goldlauf von Neuner saßen im Schnitt 7,68 Millionen Sportbegeisterte vor dem TV, beim Gold von Riesch waren es zum entscheidenden Slalom mit 7,66 Millionen fast genausoviele.
Fein abgestimmte Technik
„Damit sind wir sehr zufrieden. Wir freuen uns sowohl über die Akzeptanz der Zuschauer in der Heimat, aber vor allem auch darüber, dass in Sachen Technik das zwar hoch komplizierte, aber reibungslos ineinandergreifenden Räderwerk zwischen den einzelnen Standorten so gut funktioniert“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz dem SID. Dass der ZDF-Biber zudem tatsächlich ab und an auch einen Nadelbaum fällt, sorgte bei der Crew ebenfalls für Freude.
Erfolgreich verlief auch der dank der HD-Technik mit Beginn der 21. Winterspiele vollzogene Sprung in eines neues Fernsehzeitalter. Das hoch auflösende Fernsehen macht für die Zuschauer in Deutschland das Großereignis zu einem Erlebnis „so real wie vor der eigenen Haustür“ machen. „Wir können sagen, dass wir damit in Vancouver ein Stück Fernsehgeschichte schreiben“, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres. (sid)
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