Rauball widerspricht Rummenigge bei Zankapfel Sportschau
26.01.2012 | 11:12 Uhr 2012-01-26T11:12:51+0100
Frankfurt. Liga-Präsident Reinhard Rauball hält bei der Vergabe der Bundesliga-Medienrechte nichts von einer Bestandsgarantie für die ARD-Sportschau und geht damit auf Konfrontationskurs zu Vorstandsboss Karl-Heinz-Rummenigge vom Branchenführer Bayern München.
Ich kann diese Aussage nicht nachvollziehen. Wer öffentlich substanzielles Wachstum fordert, darf nicht gleichzeitig Bestandsgarantien für gewisse Senderprojekte ausgeben', sagte Rauball dem Fachmagazin kicker. Liga-Präsident Reinhard Rauball hält bei der Vergabe der Bundesliga-Medienrechte nichts von einer Bestandsgarantie für die ARD-Sportschau und geht damit auf Konfrontationskurs zu Vorstandsboss Karl-Heinz-Rummenigge vom Branchenführer Bayern München.
Rummenigge hatte die Sportschau zuletzt als 'heilige Kuh' bezeichnet. Nach Ansicht des Münchner Vorstandsvorsitzenden hat die Sportschau 'entscheidend dazu beigetragen, dass die Bundesliga so populär ist'. Rauball sieht durch diese Äußerung die Bemühungen der Liga um einen höheren Erlös aus dem Verkauf der Medienrechte als bisher (412 Millionen Euro pro Saison) torpediert: 'Mit derartigen Aussagen werden die Umsatzchancen zulasten der Solidargemeinschaft der Liga reduziert. Denn das verhindert genau den Wettbewerb, den wir kreieren wollen und den die Entscheidung des Bundeskartellamts nach vielen Gesprächen ermöglicht.'
Konfrontationskurs zu Vorstandsboss Karl-Heinz-Rummenigge
Am Mittwoch hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erklärt, sie werde nach dem Beginn der Ausschreibung der Medienrechte ab der Spielzeit 2013/2014 am 9. Februar die Rechtepakete und den Stand der Verhandlungen vorstellen. 'Die nationalen Medienrechte werden finanziell noch einmal nach oben gehen. Die Fußball-Bundesliga bleibt eine Erfolgsgeschichte', sagte DFL-Chef Christian Seifert.
Einige Bundesligisten erwarten beim Verkauf der Medienrechte eine Steigerung des Gesamterlöses auf 500 Millionen Euro jährlich. Rauball wollte diese Hoffnungen allerdings nicht nähren: 'Ich nenne keine Summen. Das wäre nicht seriös.' (sid)
18:15
...natürlich muss es "Fanprekariat" heißen....
18:13
Die großen Sponsoren der BuLi-Vereine möchten in den Medien präsent sein, und zwar nicht in erster Linie beim Fanpräkariat im PayTV sondern öffentlich-rechtlich zur PrimeTime.
Banden-, Stadion- und Trikotwerbung sollen im FreeTV-Umfeld von möglichst vielen wahrgenommen werden.
Daher ist die Sportschau nun wirklich so etwas wie eine heilige Kuh.
Ob man diese Tatsache jedoch bei Verhandlungen mit potentiellen Erstverwertern öffentlich erörtert, ist eine ganz andere Frage.
Hier muss man nämlich ganz genau abwägen, bei welcher Vermarktungsstrategie für die Vereine am meisten herauskommt.
Diese Kalkulation macht man aber im stillen Kämmerlein.
Für diese Einsicht scheint es aber bei beiden Diskussionsbeteiligten nicht zu reichen.
11:26
Hier muss ich unserem Präsidenten doch widersprechen. Er hat mit seiner Aussage natürlich völlig Recht, wenn er die Priorität auf steigende TV Einnahmen für die Vereine setzt. Man kann diesen Standpunkt aus wirtschaftlicher Sicht vertreten.
Auf der anderen Seite haben die Fußballfans meiner Meinung nach einen Anspruch darauf, zumindest Zusammenfassungen der BL Spiele im Free TV zu sehen. Immerhin zahlt der Steuerzahler (also wir alle) für die finanziellen Kosten für die Sicherung der BL Spiele durch Polizei, Rettungskräfte usw.
Für diese Leistung der Allgemeinheit - ohne die kein BL Spiel stattfinden könnte - kann die Allgemeinheit eine Gegenleistung erwarten. In diesem Fall eine kostenlose Berichterstattung im Free TV.
Du sprichts mir aus der Seele. Es kann nicht angehen, dass ein Teil der Kosten der Bundesliga (Sicherung, Verkehrsinfrastruktur) von der Allgemeinheit getragen wird, die Kohle für die Übertragung aber meistbietend an die bezahlsender geht.
18:25
kann rentner 4rr nur recht geben rauball hat eben keine ahnung
Wie wäre es mit guten Argumenten, anstatt zu behaupten, dass Dr. Rauball nicht weiß, wovon er redet?
16:12
Ich glaube nicht das Rauball weiß wovon er Redet
Wieso, kommt dir etwa diese Konstellation sehr bekannt vor?
13:06
Vielen Dank Herr Rauball,
dass Sie mir die Augen (wieder-) geöffnet haben, worum es eigentlich geht. Nämlich nur um ein Produkt, welches gewinnbringend verkauft werden muss!
Das ist auch Voll-OK, ich selbst lebe ja auch von einem solchen Prinzip.
Allerdings interessiert mich das Produkt "Fußballbundesliga" überhaupt nicht!!!
Denn ich möchte einen Sport sehen und kein Produkt!
Für mich war und ist die Bundesliga immer mit der ARD-Sportschau verknüpft (während der unseglichen "ran" Zeit habe ich mich deutlich weniger für Fußball interessiert), welche leider heute durch die Fünfteilung (Fr, Sa, Sa-Abend. So-15:30, So-17:30) ohnehin schon weitaus uninteressanter geworden ist!
Bis ich Rauballs Worte vom "Produkt Bundesliga" gehört hatte, wollte ich doch allen ernstes meine Frau dazu bewegen, am Samstag nicht schon um 6, sondern erst um 8 auszugehen. Aber jetzt - kein Thema mehr! Ein Produkt kann ich mir auch online ansehen.
Vielen Dank fürs Wecken, herr Rauball.
12:41
Ehrlich gesagt finde ich es schwer vermittelbar, dass seitens der öffentlich-rechtlichen, Unsummen für Medienrechte an einer Sportart, die nur einen Teil derjenigen, die gezwungen sind, dafür in Form einer Zwangsabgabe namens GEZ-Gebühr zu bezahlen, interessiert, ausgegeben werden.
Ich selbst bin auch Fußball- und Sportschaufan, aber in diesem Fall macht es doch keinen Unterschied, ob das nun von einem privaten oder einem staatlichen Sender gezeigt wird.
Bei den privaten wirds halt über Werbung finanziert, die sich dann aber auch nur diejenigen anschauen müssen, die Fußball sehen wollen. Ich denke, das staatliche Fernsehen sollte andere Aufgaben wahrnehmen, als pures Unterhaltungsprogramm für extrem viel Geld zu senden - dafür sind die privaten da
12:11
Ganz banal geht es um ein "Produkt". Und Jeder versucht sein Produkt so teuer wie möglich zu verkaufen. Freie Marktwirtschaft nennt sich das wohl. Einverstanden.
Wir können nicht jammern, dass in England oder Spanien höhere finanzielle Möglichkeiten gegeben sind und müssen uns fragen, wie wir das ändern können.
Eine wesentliche Einnahme für alle Vereine (bis runter in die 2. und 3. Liga) sind die TV-Einnahmen. Hier geht es aber nicht darum, ob jetzt Sky (Bezahlt-TV) oder die ARD (öffentlich-rechtlich) den Zuschlag für die 1.Rechte bekommen (Direktübertragungen), sondern es geht wohl um die 2.Rechte, also kurze Zusammenfassungen ab 18.30 Uhr.
Und das Produkt Fußball-Bundesliga wird ALLEN angeboten, egal ob Sat.1, RTL oder ARD, bzw. ZDF. Der, der am meisten bietet, soll die Rechte bekommen, ab 18.30 Uhr zu senden. Das ist doch OK, denn die höheren Einnahmen kommen den Vereinen zu Gute.
Jetzt kann man das ganze System inklusive fürstlicher Spielergehälter ja in Frage stellen, aber der Wettbewerb läuft auch hier schon längst europäisch. Kurz gesagt, wenn Bayern oder der BVB einen Spieler nicht vergleichsweise (England, Spanien, Italien, etc.) gut bezahlen kann, geht der Spieler eben dort hin. Würde jeder von uns doch auch überlegen, ob er in den 10 - 12 Jahren seiner Spielerzeit woanders noch mehr verdienen kann.
Ist zwar alles höchst kapitalistisch, aber so tickt unsere Welt. Und ich denke, je mehr TV-Einnahmen z.B. der BVB generieren kann, desto später wird er einen Stehplatz-Preis erhöhen. Also unterm Strich bin ich tendenziell bei Herrn Rauball, dass die TV-Rechte höchstmöglich vermarktet werden müssen und die Sportschau nicht von vorn herein eine Garantie bekommt. Glück auf und nur der BVB !
Genau richtig!!
Neben Arno kommentiere ich jetzt auch den 4rr nicht mehr.
stimme Dir zu.
Boone-Daniels
Bin dabei
Ichfasse mich kurz: So ist es.
12:02
Klar hat Rummenige recht, aber dann müssen die bayern aber nicht gleichzeitig einen anderen Verteilungsschlüssel aus den Fernsehgeldern zu Ihren Gunsten fordern.
Übrigens macht der BVB das auch
11:54
Was leistet eigentlich so ein Fußballer und sind dafür Millioneneinkommen gerechtfertigt?
Im Vergleich zu einer Kinderkrankenschwester oder einem Mitarbeiter in einem Hospiz leistet er natürlich nichts, so wie alle anderen Berufsgruppen auch, die rein zur Unterhaltung tätig sind, also Schauspieler, Sportler, Sänger etc.
Was die Rechtfertigung der Gehälter betrifft: Da diese ja nicht durch Steuerzahler aufgebracht werden, sondern in der freien Wirtschaft ausgehandelt werden, ist es vollkommen egal, wie hoch diese Gehälter sind, solange nicht anschließend öffentliche Kassen dafür aufkommen müssen, weil ein Verein aufgrund überzogener Gehaltszahlungen pleite ist. Die Gehälter + Boni für Spitzen-Manager in der freien Wirtschaft liegen ja meist auch in diesem Bereich.
Jeder bezahlt diese Gehälter über die Preise der Produkte der Firmen, die dieses Gled aufbringen mit, egal ob ihn Fußball interessiert oder nicht, egal ob er viel oder wenig verdient. Niemand kann sich entziehen.