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Olympia im Fernsehen

Eurosport - mit Herzblut und knackender Leitung

16.02.2010 | 20:57 Uhr
Eurosport - mit Herzblut und knackender Leitung

Essen.Wie früher bei Harry Valeriens Sternstunden: Die Zuschauer spüren beim Fernsehsender Eurosport die olympische Begeisterung für Asse und Exoten.

ARD oder ZDF? Wer hat im olympischen Rennen um die Gunst der TV-Zuschauer die Nase vorn? Bei mir siegt Eurosport!

Moderator, Kommentator, Experte, vielleicht noch eigene Kameras — die Personal- und Materialschlacht der öffentlich-rechtlichen Sender soll für die Rundum-Versorgung stehen.

Und doch fehlt mir viel zu oft etwas Elementares: Herzblut. Nicht allein für deutsche Hoffnungsträger. Herzblut für den Sport über Ländergrenzen und Medaillenspiegel hinweg ist es, den die Eurosport-Kommentatoren trefflich über den Sender juchzen.

Wenn der Bayer Sigi Heinrich - ob nun mit oder ohne Experten an seiner Seite - mit den Sportlern leidet oder auch über den Außenseiter aus Was-weiß-ich-woher jubelt, weil der nach langer Krankheit wenigstens bescheidene Erfolge feiert, dann erinnert das an die großen Zeiten der Harry Valeriens („Sapradi, Bursch’!”).

Siggi Heinrich.

Sicher regt es zum Schmunzeln an, wenn der Rodel-Kommentator bei Eurosport mühsam über eine nicht ganz astreine Telefonverbindung versucht, der Sprecherin des Deutschen Rodel-Verbandes vor dem Doppelsieg von Felix Loch und David Möller letzte Informationen über den Gemütszustand des Bundestrainers („Dem geht’s gerade gar nicht gut!”) zu entlocken.

Sicher ist es amüsant, wenn vor den besten Rodlern eine 15-minütige Pause ansteht und der Mann am Mikro erst mal die Regie fragt, ob man derweil zur Ski-Buckelpiste schalte oder er lieber seine Anekdotensammlung präsentieren solle.

Sicher fragt man sich immer mal wieder, ob der Eurosport-Kommentar tatsächlich aus den kanadischen Bergen gesendet oder in einem Studio in Paris gesprochen wird.

Aber ganz sicher ist: Beim Spartensender werden die Sportarten und ihre Protagonisten hervorragend in Szene gesetzt: der Rodel-Pechvogel aus der Schweiz ebenso wie der Eisschnellläufer aus Lettland, der nach seinen 5000 Metern die 20 Kilometer zur nächsten Halle fährt, in der er am selben Abend auch noch am Shorttrack-Rennen über 1500 Meter teilnimmt.

Erst die ursprüngliche Freude der Journalisten veredelt die schönen Bilder aus Vancouver. Das Knacken in der Telefonleitung ist da nicht mehr als ein Schönheitsfehler.

André Schweins

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