Diskus-Olympiasieger Harting kritisiert ARD und ZDF
17.08.2012 | 10:34 Uhr 2012-08-17T10:34:56+0200
Berlin. Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat in der Diskussion um die Sportförderung in Deutschland auch die Berichterstattung von ARD und ZDF kritisiert. „Die Kinder und der Nachwuchs müssen Interesse bekommen. Das bekommen sie nicht, wenn im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nur noch Fußball gezeigt wird“, sagte der 27-Jährige.
Robert Harting hat in der Diskussion um die Sportförderung in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender kritisiert. "Die Kinder und der Nachwuchs müssen Interesse bekommen. Das bekommen sie nicht, wenn im Fernsehen nur noch Fußball gezeigt wird", sagte der Diskus-Olympiasieger am Donnerstagabend bei "Beckmann". ARD und ZDF handelten im Staatsauftrag, "da fließen Milliarden rein, das sind ja unsere Gelder. Aber eine breite sportkulturelle Bildung findet nicht mehr statt."
Auch ein Problem der Grundschulen
Das Problem des mangelnden Nachwuchses in den olympischen Disziplinen sei nicht allein finanziell bedingt. Denn Harting nahm nicht nur Politik und Medien ins Gebet, die Gründe für mangelnden Nachwuchs in den olympischen Disziplinen sieht der 27 Jahre alte Berliner schon in der Erziehung: "Kinder lernen Sportarten wie Judo oder Leichtathletik heute oft nicht mehr kennen, weil auch Grundschullehrer im Sportunterricht nur noch Fußball spielen lassen." (sid/dpad)
19:50
Schon die Bestandsaufnahme ist falsch.
Punkt 1: Mitnichten wird in den Grundschulen nur Fussball gespielt. Es werden dort seit "Urzeiten" in der Hauptsache Bewegungs- und Mannschaftsspiele durchgeführt.
Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Kinder übergewichtig sind und Mannschaftssportarten das soziale Verhalten stärken, kann ich keinen Fehler daran finden.
Es würde mich eher nachdenklich stimmen, wenn dort Einzelsportarten mit affektierten Siegerposen wie z.B. "Trikot zerreissen" als vorbildhaft dargestellt würden.
Punkt 2: Auch vor 10, 20, 30 oder 40 Jahren gab es Judo o.ä. nicht im Sportunterricht. Und ich glaube auch nicht, dass damals mehr Judo im TV gezeigt wurde. Sowas hat man im Sportverein kennengelernt und vertieft.
Anders war damals aber das Freizeitverhalten.
Die meisten Kinder waren auf Halbtagsschulen, die ihrem Potential angemessen waren.
Heute gibt es mehr Ganztagsschulen und jeder Diskuswerfer muss ja Abitur machen, was dazu führt, dass viele Kinder jahrelang Nachhilfe benötigen .. und danach beim Computerspiel abreagieren.
Da ist natürlich kaum noch Zeit für Sportverein.
Punkt 3: Früher war alles besser?
Ich kann mich noch an olympische Frauensprints mit ausschliesslich weissen Läuferinnen erinnern, Langstreckenchampions aus Finnland und an "diskrete" Auftritte von chinesischen Teilnehmern.
Und heute?
Wohin sind die arbeitslosen Kadertrainer der DDR gegangen?
Wollen wir gegen die Selektion durch Kaderschmieden in einem Land von 1,3 Mrd. konkurrieren?
Wir müssen uns damit abfinden, dass die weltsportliche Bedeutung Deutschlands (und damit die Medaillienausbeute) weiter schwinden wird.
Aber macht uns das Angst?
16:23
@Tolli - es gibt sogar Menschen die mit Fussball nix am Hut haben. Da rennen 22 Menschen hinter einem Ball her. Diese 22 Menschen sind oftmals nicht in der Lage das kleine 1x1 aufzusagen.
Achso, und das es im Fussball keine Ausfputschmittel genommen werden bzw. sie diese Meinung vertreten zeigt ihr schlichtes Gemüt.
@meigustu - wo werden denn deutsche Sportler ausreichend subventioniert?
12:49
Fußball ist nun mal der beliebteste Sport der Welt,mich interessiert nicht wie irgendwelche mit Aufputschmitteln vollgepumpten Menschen Hammerwerfen und andere Unsinnige "Sportarten" betreiben.
Deutschland sollte lieber mal eine vernünftige Fußballmannschaft zur Olympiade schicken,eine Schande das wir dort so gut wie nie vertreten sind.
10:56
Nur unfähige Regierungen die sich damit schmücken wollen.
Der Breitensport braucht Geld um die wegbrechenden ehrenamtlichen Kräfte zu ersetzen. Die Kommunen brauchen Geld für Sporthallen, Spielfelder und Schwimmbäder.
Wer es für sein Ego braucht den Diskus am weitesten in der Welt zu werfen, wird heute schon mehr als ausreichend subventioniert.